Offener Brief
An die GEW Mülheim
Zur Stellungnahme der Beauftragten für Öffentlichkeitsarbeit Frau Rita Theelke
Sehr geehrte Frau Theelke,
mit großer Verwunderung haben wir Ihre Stellungnahme zum Bildungsentwicklungsplan gelesen. Den wertenden Duktus und Ihre Fehlinterpretationen können wir so nicht stehen lassen.
Bereits im ersten Abschnitt unterstellen Sie mangelnde Vertrautheit mit dem Thema Bildung, was wir als anmaßend empfinden.
Wir versichern Ihnen, dass sich alle Beteiligten fraktionsübergreifend mit den anstehenden Fragen intensiv auseinander gesetzt und Fachgespräche mit Schulen, Eltern und Institutionen geführt haben.
Was meinen Sie mit "Unglaubwürdigem Auftritt"? Waren Sie bei dem Pressegespräch dabei?
Schon Ihre Stellungnahme zum Bildungsentwicklungsplan ließ Sachkenntnis vermissen; allerdings ließ Ihre Lyrik einen "roten Faden" erkennen.
Sie können natürlich den "Status Quo" der Schullandschaft bewahren und tun so keinem weh. Wir aber sehen Handlungsbedarf!
Wir wissen, dass statistisch die Lehrerzuweisung in Mülheim stimmt, aber bei der Betrachtung der Einzelschule erhebliche Unterschiede des Angebots bestehen.
Dies hat seinen Grund teilweise in der Größe der Klassen und der Zügigkeit der Schule.
Wir sind überzeugt, dass auch Unterrichtsausfälle durch Erkrankungen von Lehrern und Freistellungen in dreizügigen Systemen besser ausgeglichen und aufgefangen werden.
Ginge es wirklich um eine Schuldebatte, hätten Sie unsere Einladung, nach Ihrer Veröffentlichung in die Fraktionssitzung zu kommen, annehmen können.
Oder sie hätten das Gespräch mit uns suchen können, um unverstandene Sachverhalte miteinander zu klären.
Da auch ich der Gewerkschaft angehöre, die Sie vertreten, bin ich erschüttert über Ihre Unkenntnis zum Thema Gemeinschaftsschule.
Diese muss u. a. mindestens dreizügig sein, um die nötige Differenzierung zu gewährleisten.
Auch andere Kriterien zur Umwandlung der Hauptschulen sind zurzeit nicht gegeben.
Für die weitere Zusammenarbeit in bildungspolitischen Fragen, die sich in Zukunft stellen, müssen alle Akteure dialogfähig bleiben.
Dafür ist es nötig die eigene Rolle sensibel und verantwortungsvoll zu übernehmen.
Sie sind herzlich eingeladen, sich an diesem Prozess konstruktiv zu beteiligen.
Für die Fraktionen FDP, CDU, MBI und Bündnis 90 /Die Grünen
Inge Göricke
Schulpolitische Sprecherin der Grünen