Altersgerechtes Wohnen
So
unterschiedlich die Menschen heute leben, so differenziert sind auch ihre
Bedürfnisse für ein Leben im Alter. Vorbedingung ist jedoch, dass bei der
Planung der Lebensphasen auch der Bereich des Alters nicht ausgeklammert wird,
sondern genau wie alle anderen Lebensphasen geplant wird.
Einig sind
sich die GRÜNEN ALTEN darüber, dass heute das klassische Altenheim mit 100
Betten nicht mehr gewünscht wird.
93 % der 65-Jährigen
wollen so lange es geht ein selbstständiges Leben in den eigenen vier Wänden führen
und dann bei Bedarf in der Wohnung betreut
werden.
7% der
über 65-Jährigen müssen ins Heim. Allerdings könnte ca. ein Viertel der vom
Umzug Bedrohten in der Wohnung bleiben, wenn sie altengerecht und barrierefrei
ausgestattet wäre.
Deshalb
ist zu fordern, bundesweit Wohnberatungsstellen auf kommunaler Ebene
einzurichten. In einigen Bundesländern, z. B. in NRW, gibt es sie bereits schon,
besonders im sozialen Wohnungsbau. Die Rot-Grüne Regierung hat damals
eingeführt, dass bei dem Umbau der Wohnung in eine altengerechte barrierefreie
Wohnung Kosten vom Staat erstattet werden können.
Ein
anderer wesentlicher Punkt ist, warum Alte eher ins Heim müssen, dass sie
finanzielle oder andere Hilfe für kleine
Dienstleistungen wie z. B. Einkaufen, Putzen etc. brauchen. Hier sind besonders
die allein stehenden Menschen mit wenig Rente betroffen. Deshalb muss die
Politik darüber nachdenken, nicht erst bei Pflegestufen den Menschen Hilfe
anzubieten. Der Vorteil wäre zusätzlich die Entlastung der Haushaltskassen,
wenn eine Heimeinweisung nicht ansteht.
Nur 2 %
von den 7 % der 65-Jährigen, die es sich finanziell leisten können, wohnen in
neuen Wohnformen wie Betreutem- bzw. Service-Wohnen.
Welche
Möglichkeiten aber gibt es, wenn der Alltag immer beschwerlicher wird und die
alten Menschen Hilfe brauchen?
Noch
überwiegen die klassischen Heime, denn wenn ein alter Mensch ein eigen bestimmtes Leben in neuen altengerechten
betreuten Wohnformen möchte, die es heute bereits gibt, ist das noch zu teuer.
Ein Rentner mit weniger Rente kann sich das nicht leisten.
Deshalb
wollen die GRÜNEN ALTEN die stationäre Pflege mit der ambulanten Pflege
finanziell gleichstellen, weil im Moment die stationäre Pflege noch besser
bezahlt wird. Ziel ist es, dass jeder Betroffene bei Pflegebedarf das Geld ausgezahlt
bekommt, um sich die Pflege einzukaufen, die er sich wünscht, im Heim oder zu
Hause.
Die
Zukunft fordert immer mehr alternatives gemeinschaftliches Wohnen mit eigener
Privatsphäre. Siedlungen ausschließlich für Alte werden nicht gewünscht und
dürfen nicht entstehen.
Da bei Hilfs-
und Pflegebedürftigkeit ein Höchstmaß an Eigenständigkeit und persönlicher
Würde bewahrt werden soll, ist das oft unter den momentanen Bedingungen in
großen Heimen kaum zu leisten. Weil man nicht von heute auf morgen die großen
Heime abschaffen kann, sollten in ihnen zumindest zuerst kleine Wohngruppen
entstehen. Jedoch sollten die großen Heime im Laufe der
Zeit durch viele zu schaffende alten- und behindertengerechte Wohnformen ersetzt
werden wie
-
die barrierefreie Wohnung, besonders die barrierefreie
Sozialwohnung (da es in Zukunft weniger reichere Alte geben wird),
-
Wohnen mit Service (Kooperation von Wohnungsbau und
Pflege),
-
Wohngemeinschaften für zu Betreuende und Demenzkranke
und
-
gemeinschaftlich oder nachbarschaftlich organisierte
Mehr-Generationen-Wohnprojekte.
Gefordert
wird ebenso, dass alle diese Wohnformen, bei Bedarf mit Service, für alle durch
öffentliche Förderung erschwinglich sind.
Außerdem
sollten sich Wohnprojekte möglichst nicht am Rande der Stadtteil- und Stadtzentren
befinden, um mobilen Alten die Gelegenheit zu geben, am normalen städtischen
Leben teilzunehmen.
Ute
Schmitz
(Vorsitzende
GRÜNE ALTE)