Haushaltsnahe, bezahlbare Dienstleistungen

für einkommensschwache Personengruppen

 

Wenn die Firma „McPflege“, wie sie behauptet, mit ihrer Vorstellung, Mitarbeiterinnen aus Osteuropa zu geringem Lohn zu beschäftigen, tatsächlich auf die bestehende unbefriedigende Situation im Pflegebereich hinweisen wollte, dann hat sie damit eine längst überfällige Debatte angestoßen. Bei McPflege sollte der Kunde ab 2,- Euro pro Stunde für eine 24-Stundenbetreuung plus 570,- Euro jährliche Provision für McPflege zahlen, um eine kostengünstige Ergänzung zur ambulanten Pflege zu schaffen.

Der Anteil der Menschen, die an der Armutsgrenze leben, ist vor allem bei Frauen, die über 75 Jahre alt sind, mit mehr als 30 Prozent sehr hoch.

Insbesondere sie können sich keine zusätzlichen haushaltsnahen Dienstleistungen leisten, geschweige denn eine Ganztagsbetreuung, vor allem, wenn sie noch in keiner Pflegstufe, aber mobilitätseingeschränkt sind und nicht ins Heim möchten. Dienste, die Alten helfen, ihre Selbstständigkeit zu erhalten oder zu verbessern und zusätzlich pflegende Angehörige entlasten, können in beiden Gruppen zu besserer Lebensqualität beitragen.

Obwohl es in Deutschland ein vielfältiges Angebot von haushaltsnahen Dienstleistungen gibt, sind sie für die Betroffenen kaum finanzierbar.

In Deutschland hat sich aus diesem Grunde ein Arbeitsmarkt entwickelt, auf dem schätzungsweise 100.000 Frauen aus Osteuropa arbeiten sollen, die deutschen Pflegebedürftigen und ihren Angehörigen rund um die Uhr zu einem geringeren Monatslohn helfen, mit ihrer Situation besser zurecht zu kommen. Dazu gibt es eine EU-Richtlinie, die das ermöglicht, aber es gibt auch illegale Beschäftigung in dem Bereich. Hier warnen die Politiker vor Ausnutzung der HelferInnen, die nicht kontrollierbar ist. Obwohl diese Form der Hilfe wesentlich billiger ist, können sich die Einkommen schwachen Personengruppen auch das nicht leisten.

 

Es ist deshalb dringend erforderlich, für deutsche Arbeitnehmer legale Möglichkeiten zur finanziellen Unterstützung auch weniger betuchter Menschen durch die Politik zu schaffen, um manchem älteren Menschen die frühe Einlieferung ins Heim zu ersparen.

Es gibt in Deutschland einen vielfältigen Bedarf an haushaltsnahen Dienstleistungen, wie z.B. Putz -und Haushaltsdienst, Mahlzeitendienst, Treppendienst, Dienst für Besorgungen und Einkaufen, Begleitung zu Ärzten und Behörden, Dienst für Garten und Winterdienste sowie auch Fahrdienst.

Der Bedarf ist groß und wird im Zuge der demografischen Entwicklung weiter zunehmen. Ein weiterer Punkt ist, dass auch seitens der Politiker proklamiert wird, dass ambulante Pflege vor stationärer Pflege steht.

Wie aber können bei der Gruppe der Einkommen schwachen Personen die unterschiedlichen Bedarfe passgenau und kostengünstig abgedeckt werden, und wie können bezahlbare Alternativen geschaffen werden? Es wurde ermittelt, dass ältere Menschen gerne einen festen Ansprechpartner haben und nicht wechselnde Bezugspersonen. Ebenso bevorzugen sie in der Regel bei der Dienstleistungserbringung ältere Arbeitnehmer.

Auf dieser Grundlage haben sicherlich nicht nur in NRW Grüne Politiker Anträge zur Marktentwicklung von haushaltsnahen Dienstleistungen in die Parlamente eingebracht.

Zum Beispiel gehen sie davon aus, dass es bei den Langzeitarbeitslosen mit Sicherheit eine Gruppe gibt, die gerne diese Dienste tun würde. Gerade diese Gruppe könnte durch Existenzgründungshilfen, Lohnkostenzuschüsse und Förderung von Qualifikationen im haushaltsnahen Dienstbereich oder durch andere fördernde Maßnahmen eine angemessene Arbeit finden, um die erforderlichen passgenauen, bezahlbaren und personenbezogenen Dienste anzubieten.