FÜR EIN LEBEN UND STERBEN IN WÜRDE

Forderung:

  1. Die Hospizbewegung wird durch entsprechende Förderung stärker unterstützt.

  2. Der Auf- und Ausbau von Palliativmedizin (u.a. Schmerztherapie) und Palliativpflege, besonders auch im ländlichen Raum, soll besser gefördert werden.

  3. Eine aktive Sterbehilfe soll weiterhin gesetzlich verboten bleiben.

Begründung:

Wir haben alle ein langes Leben vor uns. Dies gilt insbesondere für Mädchen und Jungen, die in den letzten Jahren geboren wurden, denn deren durchschnittliche Lebenserwartung liegt bei 81,5 und 76,2 Jahren.

Mit dieser hohen Lebenserwartung wird uns zwar eine lange aktive und im Allgemeinen auch gesunde Zeit nach dem Erwerbsleben prognostiziert, aber es steigt auch die Wahrscheinlichkeit, in den letzte Jahren des Lebens (schwerst)pflegebedürftig zu werden.

Die zum Teil skandalösen Zustände in der Pflege und der Krankenhausversorgung von pflegebedürftigen Menschen machen vielen Menschen Angst vor dem Alter und dem Sterben. Sie dürfen jedoch nicht Anlass sein für den Wunsch zur Beendigung des Lebens.

Vielmehr engagieren wir uns für humane und würdige Lebensbedingungen in den entsprechenden Betreuungs- und Behandlungssituationen .Wir setzten daher vor allem auf die Erfahrungen der Palliativmedizin, der Palliativpflege und der Hospizbewegung: Ein Mensch behält seine Würde durch

ganzheitliche Betreuung. Bis zum natürlichen Eintreten des Todes wird er medizinisch, pflegerisch, seelsorgerisch und psychosozial seinen Vorstellungen gemäß versorgt. Der Sterbeprozess wird weder verkürzt noch verlängert.

Wir sind überzeugt, dass auch schwerstkranke Menschen ihr Leben nicht vorzeitig beenden wollen, solange ihre Leiden gelindert werden und sie menschliche Zuwendung und Hilfe erfahren können. Dieses humane Konzept entspricht auch unserer programmatischen Vorstellung einer Kultur des Alters.

Tatsächlich ist darüber hinaus zu befürchten, dass durch eine Legalisierung der aktiven Sterbehilfe der gesellschaftliche Druck auf schwerkranke und sterbende Menschen und deren Angehörige wächst. Dazu kommen wirtschaftliche Zwänge im Gesundheitsbereich und schwindende familiäre und soziale Bindungen, die diesen Druck zusätzlich verstärken. Dies kann im Einzelfall dazu führen, dass die betroffenen Menschen durch diese Fremdbestimmung um ihren eigenen Tod bitten.

Wir setzen daher auf ein Leben und Sterben in Würde und sprechen uns für eine stärkere Förderung sowie Anerkennung der Hospizbewegung und für die Weiterentwicklung und Weiterverbreitung der Palliativpflege und Palliativmedizin aus.