Einige
Fakten aus dem Forschungsbericht “The Future of Retirement“ (Die
Zukunft des Ruhestandes) der Oxford
University / Institute of Aging
Es gibt gute Neuigkeiten – Wir leben länger
als jemals zuvor.
Wir werden laut Prognose bis 2050 um 6 bis 9 Jahre älter.
Das haben die Menschen schon immer gewollt und unsere
Regierungen haben mit finanziellen Mitteln diesbezügliche Forschungen
unterstützt.
Bedeuten diese Zahlen eine Bedrohung? eine
Herausforderung? eine Chance?
Dazu möchte ich Ihnen den interessanten
Forschungsbericht “The Future of Retirement“
/ “The New Old Age“ (Das neue Alter) vorstellen.
Zum ersten Mal gibt es eine Erhebung zu diesem Thema.
Diese
Studie konzentriert sich darauf, welche Wirkung ältere Menschen auf die
Gesellschaft hat.
Dieser Bericht von 2007 steht im Gegensatz zu der
Meinung, dass die älteren Menschen zu finanziellen Krisen, zu
Abhängigkeitsverhältnissen, zur Belastung unseres Gesundheitssystems und zum
Zusammenbruch der familiären Bindungen führen.
Das Institut hat in 21 Ländern auf allen Kontinenten,
u. a .auch in Deutschland, 21.000 Menschen im Alter zwischen 49 und 70 Jahren
befragt und kommt zu folgenden Ergebnissen:
Die
Menschen im Alter von 60 und 70 Jahren sind ein enormer Vorteil und Gewinn für
die Gesellschaft und keine Belastung.
- Die einzelnen Generationen sind nicht mehr so groß
wie früher, aber 4- und 5- Generationen sind keine Seltenheit und die meisten
Befragten glauben, dass für sie Familie von großer Bedeutung ist und die
Familie verantwortlich für das Wohlergehen ihrer Mitglieder sein soll.
Durch unser Sozialsystem sind die Generationen in der
Lage, finanziell unabhängig zu leben. Die Konsequenz daraus ist ein Wandel in
der Beziehung zwischen Eltern und Kindern. Da sie in der Regel nicht vom Geld
des anderen abhängig sind, sieht man heute mehr auf das Beisammensein, die
Vertraulichkeit und die emotionale Unterstützung in der Familie, wobei der
größte Anteil an Pflege an die Alten geht.
In Deutschland ist die Familie noch immer ein
zentraler Punkt für seine Mitglieder.
- Die meisten 60- und 70-Jährigen fühlen sich fit und
gesund, unabhängig und leben selbstständig. Sie haben Spaß am Leben und können
heute Dinge tun wie 40- und 50-Jährige. Der Ruhestand wird nicht länger als
eine Phase betrachtet, in der es mit den Menschen bergab geht oder sie in
Abhängigkeit geraten. Immer mehr wird sie als Phase des Lebens gesehen, die
genossen wird.
Ältere
Menschen ab 60 Jahren leisten weltweit einen enormen Beitrag für die
Gesellschaft, in der Wirtschaft und für die Karriere Ihrer Familie.
- Sie leisten einen Beitrag von Milliarden von
Dollars für die weltweite Wirtschaft durch bezahlte, aber auch freiwillige
Arbeit und das zahlen von Steuern.
(Eine interessante Zusatzinformation: Deutschland
gehört zu den drei Ländern in der Befragung, die ihre arbeitenden Mitglieder
vorzeitig in den Ruhestand geschickt hat, deshalb sind nur noch ca. 45% der 55 – 65-Jährigen in
Arbeit mit der fatalen Folge, dass auch nur diese Länder in der Zukunft mit
einem fatalen Facharbeitermangel zu kämpfen haben.)
- Sie leisten einen enormen Beitrag durch
bürgerschaftliches Engagement für ihre Kommunen. In Deutschland sind es 45% der
älteren Menschen, die sich freiwillig engagieren. Manche Kommune hätte ohne
diese Leistungen sonst große Defizite im sozialen Bereich.
Die
Untersuchung zeigt, dass mehr Unterstützung älterer für die jüngeren
Familienmitglieder geleistet wird als umgekehrt.
Ältere Menschen auf der ganzen Welt leisten große
Unterstützung für die Familie und Freunde. Sie leisten einen großen Anteil an
Pflege auch bei Krankheit beim Partner, bei ihren Kindern, Enkeln und bei
Freunden.
Sie unterstützen sie zusätzlich durch praktische
Hilfe im Haushalt wie putzen, einkaufen, kochen und andere tägliche
Verrichtungen.
Die Hauptgruppe, die Hilfe bekommt, sind Kinder und
Partner. Zur Veranschaulichung einige Zahlen:
- 60- bis 79-Jährige leisten im Durchschnitt einmal
die Woche (nicht bezahlte) Hilfe in
der Familie. Auch bei manchen 80-Jährigen trifft das noch zu.
- 39 % der 60- bis 70-Jährigen leisten praktische
Hilfe bei den Kindern,
- 33 % bei Partnern und Ehegatten und
- 25% leisten praktische Hilfe in der Verwandtschaft.
Die älteren
Menschen leisten einen enormen Beitrag für die Karriere ihrer Kinder und Enkel,
auch finanzieller Art durch Geldgeschenke oder Kredite.
- 44 % der 60- bis 70-Jährigen leisten finanzielle
Hilfe für ihre Kinder,
- 16 % der 60-Jährigen und - 33% der 70-Jährigen
unterstützen ihre Enkel und
- 50 % der 60- bis 70-Jährigen unterstützen mit
finanzieller Hilfe Verwandte und Freunde.
Und bei
allem leisten die Älteren auch mehr finanzielle Unterstützung als sie
zurückbekommen.
Zum Vergleich:
- 33 % der 40- bis 50-Jährigen unterstützt Familienangehörige
meist Eltern, während
- 50 % der 60- bis 70-Jährigen
finanzielle Hilfe an Familienmitglieder und Verwandte leistet.
Den Schlusssatz des Berichtes möchte ich nicht
vorenthalten:
Diejenigen
mit Einfluss in den Regierungen, in den Kommunen und an den Arbeitsplätzen
müssen Maßnahmen garantieren und einsetzen, um älteren Menschen zu ermöglichen,
so lange sie wollen und können aktiv zu bleiben.
(Der Bericht ist unter Google
in englischer Sprache zu finden.)