Infopapier zur Aktion: „Alle fahren mit – Barriere im ÖPNV abbauen“

Bündnis 90/Die Grünen im Landtag NRW, am 16.09.2008

 

Die Forderungen:

1.) Nachrüstung aller Bushaltestellen mit Buskaps (erhöhter Fahrbahnrand) um einen ebenerdigen Einstieg in die Busse zu ermöglichen. Bislang stockt der Umbau in Mülheim. Zum Vergleich: In Oberhausen wurden im selben Zeitraum von drei Jahren faktisch alle Haltestellen im Stadtgebiet umgerüstet, in Mülheim nur die Haltestellen entlang der Linie 122, 124 und 133.

 

2.) Nachrüstung von Aufzügen in allen U-Bannhöfen um diese für mobilitätsbeeinträchtigte zugänglich zu machen. Auch diese Umrüstung stockt derzeit. Damit sind namentlich die U-Bahnhöfe Aktienstraße (Linie 102), Von-Bock-Straße, Christianstraße, Mühlenfeld, Eichbaum und Rhein-Ruhr-Zentrum (alle U18) gemeint.

 

3.) Feste Fahrzeiten von Niederflurstraßenbahnen auf allen Linien im Mülheimer Netz – immer mindestens ein Kurs pro Linie. Bislang erfolgt der Einsatz dieser Bahnen nur auf den Linie 102 und 112. Die Fahrzeiten der Behindertengerechten Bahnen sollte wie z. B. in Leipzig im Fahrplan veröffentlicht werden.

 

4.) Alle Haltestellen sollten eine Mindestausstattung mit Sitzmöglichkeit und Beleuchtung erhalten. Gerade in den Außenbereichen fehlt dies häufig.

 

5.) Bessere Anbindung von Versorgungseinrichtungen durch Bus und Bahn. Dies meint Stadtteilzentren mit Lebensmittelmärkten, aber auch zunehmend die Fachmarktzentren die oft nicht oder nur mangelhaft an den ÖPNV angeschlossen sind (Beispiel Diskussion um FMZ Mannesmannallee und weiter aktuell die Lebensmittelmärkte im Speldorf Hafen)

 

6.) Künftig sollen nur noch Niederflurstraßenbahnen gekauft werden. Auf die Aufarbeitung der alten, nicht-behindertengerechten Straßenbahnen sollten zu Gunsten des Neukaufs verzichtet werden.

 

7.) Auch Fahrpreise stellen eine Barriere dar. Positiv ist, es gibt bereits ein Ticket im VRR für ältere Menschen (das „Bärenticket“) aber gerade arme Menschen wird der Zugang zum ÖPNV oft verwährt. Daher muss das Sozialtickets eingeführt werden.

 

Stefan Schweers