Rat 10. Februar 2005 / TOP 6 Landschaftsplan

 

Schon zu Beginn der Neunziger Jahre war die Neufassung des Landschaftsplanes wichtiger Bestandteil grüner Umweltpolitik. Ziel war der bessere Schutz der Außenbereiche vor unkontrollierten Baugelüsten.

 

Der uns nun vorliegende neue Landschaftsplan hat eine lange Bearbeitungszeit hinter sich. Immerhin wurde der Einleitungsbeschluss 1993 in diesem Haus gefasst - und diese lange Zeit könnte man flüchtig betrachtet kritisieren.

 

Aber, diese lange Zeit hat sich gelohnt. Sie wurde intensiv und für unsere Stadt gewinnbringend genutzt.

 

Noch nie wurde ein solches Planwerk - das Pflichtaufgabe der Kommune ist - mit soviel Sorgfalt und vor allem  - und das ist uns Grünen wichtig - mit soviel Bürgerbeteiligung und unter Berücksichtigung aller diversen Interessen aufgestellt.

 

Der komplizierte und oft emotional beeinflusste Konflikt zwischen Naturschützern und Naturnutzern konnte fast durchgehend konstruktiv und konsensorientiert ausgetragen werden.

 

Wir blicken auf einen Plan, der Natur und freie Landschaft - unser Pfund, für das Mülheim bekannt und geschätzt wird - deutlich besser schützt.

 

Um nur eine einzige Zahl zu nennen: Der alte Plan aus dem Jahr 1982 wies 133 ha Naturschutzgebiet aus - der neue Plan weist 1.244 ha Naturschutzgebiet aus.

 

Das ist eine Verzehnfachung der Naturschutzschutzfläche!

 

(Pause)

 

Die festgesetzten Maßnahmen werden viele Flächen ökologisch weiter aufwerten wie zum Beispiel die anstehende Renaturierung des Halbaches an der Rennbahn oder der Schutz etlicher Obstwiesen

 

Trotzdem gibt der Plan unserer Auffassung nach Freizeit und Gewerbe  genug Spielraum und hält Entwicklungsflächen vor.

 

Ein Plan, den wir als nachhaltige und zukunftsorientierte Konzeption mit Augenmaß wahrnehmen und der tragfähig für einen längeren Zeitraum ist. Kurz ein grüner Plan in jedem Sinn!

 

Dieses Lob schließt aber nicht aus, dass wir Grünen mit den Zähnen knirschen, wenn wir die eine oder andere Fläche des Planes heranzoomen. Wir verhehlen nicht, dass uns der erste Entwurf mit einer höheren Ausweisung von Naturschutzflächen noch sympathischer war als der vorliegende. Wir erkennen, aber an, dass im Konflikt zwischen Landwirten und Naturschützern Kompromisse nötig waren. Betrachten wir aber nun das Gesamtwerk, können wir guten Gewissens zu dem beschlossenen Plan stehen.

 

Dass Fehlentwicklungen wie in den Bereichen Rumbachtal/Im Look, Erzweg in Selbeck sowie Schlippenweg in Holthausen korrigiert werden mussten, freut uns sehr. Wieder einmal hat sich der engagierte Einsatz von Bürgerinnen und Bürgern für eine intakte Umwelt gelohnt!

 

Und natürlich behalten wir uns vor, uns zu Wort zu melden, wenn Flächen überplant werden, die wir für wesentliche Freiflächen halten.

 

Ein letztes Resümee: Mülheim wird mit diesem Landschaftsplan weiterhin die grüne Stadt am Fluss sein.

 

Das ist gut so und soll auch so bleiben.

 

Eva Weber