Beschluss
der Mitgliederversammlung vom 22. Januar 2002
Nein zum METRORAPID
Für einen flächendeckenden Ausbau des ÖPNV und SPNV
Nach Veröffentlichung der Machbarkeitsstudie bekräftigt der Kreisverband
Bündnis 90/Die Grünen Mülheim die ablehnende Haltung der Ratsfraktion gegenüber
dem METRORAPID. Der Vorteil der kürzeren Fahrzeit kann die massiven Nachteile
dieses Prestigeprojektes nicht ausgleichen:
- Der METRORAPID bringt für das Ruhrgebiet und Mülheim keinen verkehrlichen
Nutzen. Wieder einmal wird die Hellweg-Zone zu Lasten von längst überfälligen
Direktverbindungen an den Niederrhein, die Emscher-Zone und das südliche
Ruhrgebiet einseitig bevorzugt.
- Der METRORAPID verhindert die Reaktivierung der Rheinischen Bahn. Mit der
Nutzung der Trasse zwischen Mülheim Hauptbahnhof und Stadtgrenze Essen entfällt
diese Bahnlinie als mögliche Entlastungsstrecke für die heutige Trasse zwischen
Dortmund und Düsseldorf.
- Der METRORAPID blockiert den Umbau des Hauptbahnhofes. Nach mehrmaligen
Ankündigungen und Zusagen von Landesmittel werden die Umbaumaßnahmen nunmehr
mit dem Bau des METRORAPIDs in Verbindung gebracht obwohl das Bahnhofsgebäude
von der Trasse gar nicht berührt ist.
- Der METRORAPID verursacht Investitionen in Milliardenhöhe, die in keinem
Verhältnis zu vergleichbaren Schienenprojekten stehen. Zugleich ist die
Finanzierung der Trasse trotz zu erwartender Bundesmittel völlig offen und die
Wirtschaftlichkeit lässt sich nur durch unrealistisch hohe Fahrgastzahlen
darstellen.
Für Mülheim ergeben sich daneben auch ökologische und städtebauliche Probleme.
So endet der geplante Tunnel zwischen Duisburg-Duissern und Styrum in dem
sensiblen Überschwemmungsgebiet Styrumer Ruhraue und für die Trasse sind
umfangreiche Ingenieurbauwerke notwendig.
Bündnis 90/Die Grünen unterstützen deshalb die Verkehrs- und Umweltverbände PRO
BAHN, VCD und B.U.N.D. in ihrem Anliegen und fordern einen flächendeckenden
Ausbau des ÖPNV und SPNV im gesamten Ruhrgebiet, eine Verbesserung der
Anschlüsse zwischen ÖPNV und SPNV und die Reaktivierung der Rheinischen Bahn
als Anschluss an die Ratinger Weststrecke.
Bündnis 90/Die Grünen Mülheim gehen davon aus, dass gemäß der
Koalitionsvereinbarung keine Landeszuschüsse - auch nicht indirekt über eine
Fahrzeugförderung - in den METRORAPID fließen und fordern die Landtagsfraktion
auf, entsprechend zu votieren.
Die Bundestagsfraktion wird aufgefordert, keine Mittel für den METRORAPID in
den Bundeshaushalt einzustellen.