Aufruf zum Protest gegen den drohenden Krieg

 

Bündnis 90/Die Grünen Mülheim rufen die Mülheimer Bevölkerung auf sich aktiv an öffentlichen Protesten gegen den drohenden Krieg gegen Irak zu beteiligen. Nur durch breiten internationalen Protest ist dieser Krieg wie auch weitere drohende Kriege in der Zukunft zu verhindern.

 

Die USA und Großbritannien treiben offensichtlich unaufhaltsam ihre Planungen für einen neuen Krieg gegen den Irak voran. Ob mit oder ohne UN-Mandat, ob mit oder ohne die unterstellte Existenz von Massenvernichtungswaffen in Irak: Das dem amerikanischen Kongress vorgelegte neue außenpolitische Konzept von Präsident Bush sieht ausdrücklich die Führung von sogenannten Präventivkriegen vor – aus welchen unterstellten Gründen auch immer.

Die amerikanische Regierung zerstört damit bewusst das internationale Völkerrecht, das nur die Verteidigung gegen einen Angriff erlaubt, das Gewaltverbot für alle Staaten aber zwingend vorschreibt. Internationales Recht wird damit durch das Faustrecht als das Recht des Stärkeren ersetzt. US-Sicherheitsberaterin Condolessa Rice: „Es geht nicht nur um Recht sondern um Macht.“ Das von der US-Regierung neu angekündigte Konzept der Führung von Präventivkriegen hat damit die gleiche internationale Rechtsqualität wie der Angriff Saddam Husseins seinerzeit auf Kuwait.

Amerika ermächtigt sich damit selbst als einziges Land der Welt zu bestimmen, wann und aus welchen Gründen es Kriege führt. Die UN stehen damit vor der Wahl sich für diese Strategie entweder funktionalisieren zu lassen oder überflüssig zu sein. Dabei geht es nicht um die unterstellte internationale Sicherheit, sondern um die Sicherung eigener strategischer Interessen in einer der wichtigsten Ölregionen der Welt sowie um die Sicherung eindeutiger militärischer Überlegenheit auf Dauer u.a. durch das Führen von Krieg. – die Anwendung von Gewalt gewissermaßen als militärisches Trainingsprogramm.

Von 1991 bis heute (also innerhalb von nur zwölf Jahren) hat die Weltöffentlichkeit drei Kriege unter Führung der USA erlebt (Irak, Kosovo, Afghanistan). Nun stehen wir vor dem Vierten. Die Bilanz ist eindeutig: Erdrückende militärische Überlegenheit durch völlige Beherrschung des Luftraums und den Einsatz punktgenauer lasergesteuerter Bomben kombiniert mit gezielten Flächenbombardements kennzeichnen die verheerenden Auswirkungen auf die gegnerische Seite bei vergleichsweise äußerst geringer Anzahl eigener Opfer und Verluste.

Es ist diese völlige einseitige Überlegenheit, die der amerikanischen Politik zu Kopfe gestiegen ist und die Hemmschwelle zur Anwendung militärischer Gewalt herabgesetzt hat ohne das Vietnamsyndrom auch nur in Ansätzen fürchten zu müssen. Krieg droht so zum normalen Instrument der Politik zurückzukehren und der Blutzoll der Bevölkerungen wird lediglich zum Problem der Legitimation durch „Schurken“ und andere Bösewichter. Und das Setzen auf militärische Gewalt ist auch in Wahlkämpfen in einer Demokratie wählerwirksam, wenn eigene Opfer nicht oder kaum zu befürchten sind. Eine solche Politik wird Folgen haben, weil sie international verhasst ist und weil sie das Wettrüsten beschleunigen wird. Sie zerstört damit das was sie zu schützen vorgibt – den Weltfrieden. Sie wird damit Ursache statt Lösung des Problems.

Was Saddam Hussein anbelangt, so sollten wir uns erinnern wer diesen aufgerüstet hatte um im Jahre 1980 den Iran zu überfallen, nachdem der Schah gestürzt war, ein Angriff mit dem Ziel, sich die iranischen Ölfelder im Südwesten des Landes einzuverleiben (damals im taktischen Bündnis mit dem Westen) und die chemischen Waffen stammten vor allem aus deutschen und amerikanischen Beständen. Auch waren es amerikanische Aufklärungssatelliten, die ihm bei diesem Angriff zur Verfügung gestellt wurden. Folgerichtig gehen viele BeobachterInnen davon aus, dass als nächstes der Iran durch Krieg seitens der USA bedroht ist.


Deshalb: