Grüne lehnen Änderungen im Regionalen Flächennutzungsplan ab

 

Nicht Einverstanden zeigen sich die Grünen mit geplanten Änderungen im neuen Regionalen Flächennutzungsplan (RFNP). Hier sollen bislang als Landschaftsschutzgebiet oder Grünflächen ausgewiesene Flächen künftig für Bebauung und Gewerbe freigegeben werden. Diesem Grünflächenfraß wollen die Grünen Einhalt gebieten. Sie besichtigten die kritischen Stellen im Stadtgebiet auf einer Rundtour.

 

Besonderer Knackpunkt ist die Ausweitung eines riesigen Gewerbegebietes am Erzweg in Selbeck. Auch wenn es für diesen Gewerbestandort kaum Nachfrage gibt, soll hier die Landschaft nachhaltig zerstört werden. Schon bei der Aufstellung des letzten Flächennutzungsplanes wurde hier eine Ausweisung vorgenommen, die jedoch vom Regierungspräsidenten als nicht genehmigungsfähig beanstandet wurde.

Teile des neuen Gewerbegebietes liegen auf der ehemaligen Schutthalde des dort um das Jahr 1900 betriebenen Erz- und Bleiwerkes. Der Boden ist bis heute stark kontaminiert und eine Sanierung lange überfällig. Hier zeigen sich die Grünen einverstanden, diesen Bereich als Gewerbefläche auszuweisen, um die Fläche so nachhaltig zu versiegeln. Der weit größere Teil der neuen Fläche ist jedoch nicht belastet. Hier macht eine Ausweisung als Gewerbefläche keinen Sinn, sondern zerstört nur die Landschaft.

 

Zwischen den Straßen Eschenbruch und Fahrkamp in Saarn wollen die Grünen die so genannten „grünen Fenster“ entlang der Kölner Straße sichern. Die Ausweitung der Gewerbestandorte nach hinten heraus in Richtung Auberg ist dabei nicht akzeptabel. Wenn schon die Caravanstandorte entlang der Kölner Straße nicht verhindert werden können, müssen die Hinterlandflächen erhalten bleiben. Eine Ausweitung ins Hinterland der B 1 ist somit klar abzulehnen.

 

Die Grünfläche an der Bergerstraße in Menden stellt das reizvolle grüne Eingangstor ins Ruhrtal da. Hier soll mit dem neuen RFNP eine Bebauung als Siedlungsabschluss ermöglicht werden. Investoren gibt es bereits, doch eine dichte Bebauung mit Mehrfamilienhäusern passt weder nach Menden noch wäre sie an dieser Stelle wünschenswert. Die Grünen wollen den idyllischen Charakter am Standrand erhalten sehen.

 

Auch mit der Bebauung am Schlippenweg in Holthausen können sich die Grünen nicht anfreunden. Nicht nur das man hier mit Lösboden eine der fruchtbarsten landwirtschaftlich nutzbaren Flächen in Mülheim findet, verläuft hier auch eine der wichtigsten Kaltluftschneisen für die Innenstadt. Daher kommt eine Bebauung mit Wohnhäusern hier nicht in Betracht. Hier zu Bauen wäre eine Sünde gegen die Natur.

 

Stefan Schweers, September 2007