Fraktion
Bündnis 90/Die Grünen
ÖPNV-Konzept
2020 für die Ruhrstadt Mülheim (August 2002)
Inhaltsverzeichnis:
1.
Einleitung
2.
Die grüne Position zum ÖPNV
3.
Die Rahmenbedingungen
4.
Die neue Rolle der Betriebe
5.
Verantwortung der Stadt als Aufgabenträger
6.
Bestandsaufnahme
7.
Ziele
8.
Infrastrukturausbau
1.
Einleitung
Mit
diesem Papier legt die Fraktion Bündnis 90/Die Grünen erstmals ein
ausführliches Konzept für den Öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV) in Mülheim
vor. Grundlage sind die verkehrspolitischen Ziele aus dem Kommunalwahlprogramm
1999 - 2004 und der städtische Nahverkehrsplan von Mai 1998.
Mitte
der 90er Jahre war die Diskussion noch von dem Streit um den Weiterbau der Stadtbahnstrecke
nach Speldorf geprägt. Mit dem Beschluss, den Ruhrtunnel nur mit den beiden
Straßenbahnlinien 102 und 901 zu befahren, wurde diese Diskussion beendet.
Somit ist mit der Eröffnung der Tunnelstrecke unter der Innenstadt im Herbst
1998 der Stadtbahnbau abgeschlossen worden.
Derzeit
wird die Neu- und Umorganisation der Betriebe in Hinblick auf die neuen Europäischen
ÖPNV-Richtlinien durchgeführt und die Gründung eines gemeinsamen Fahrbetriebes
mit der EVAG und der StOAG vorbereitet.
Im
Herbst 2002 steht die erste Fortschreibung des Nahverkehrsplans an. Dies ist
eine gute Gelegenheit, die grünen Positionen zum ÖPNV zu bekräftigen und neue
Projekte für die Zukunft zu erarbeiten.
2.
Die grüne Position zum ÖPNV
Grüne
Verkehrspolitik bedeutet in erster Linie die Förderung des Umweltverbundes mit
Radverkehr, Fußgängerverkehr und Öffentlicher Personennahverkehr.
Im
Stadtverkehr gebührt nach unserer Auffassung dem Umweltverbund und damit auch
Bus und Bahn der Vorrang vor dem motorisierten Individualverkehr (MIV). Wir
bekennen uns zum Leitbild der nachhaltigen Mobilität und der Integrierten
Gesamtverkehrsplanung. Die Verkehrswende zugunsten des Umweltverbundes bleibt
unser Ziel. Der Vorrang des ÖPNVs im Stadtverkehr ist im Grünbuch der
Kommission der Europäischen Union von 1995 und im „Gesetz zur Integrierten
Gesamtverkehrsplanung“ des Landes NRW niedergelegt.
Die
Schadstoffemissionen des Verkehrs tragen maßgeblich zum Treibhauseffekt bei.
Die Verlagerung von Verkehrsanteilen auf den ÖPNV und damit verbunden eine
Reduzierung des Energieverbrauchs und der CO2 -Emissionen tragen
hingegen entscheidend dazu bei, die Klimaschutzziele des Protokolls von Kyoto
zu erreichen. Die Stadt Mülheim hat sich als Mitglied des Klimabündnisses zu
den Zielen des weltweiten Klimaschutzes verpflichtet.
Um
den Einwohnerschwund zu minimieren, bedarf es auch einer kommunalen Verkehrspolitik,
die zu einer Steigerung der Lebensqualität in Mülheim beiträgt. Die Zahl der
zugelassenen PKW steigt weiterhin beständig an. Die seit Jahren leicht
sinkenden Fahrgastzahlen der Betriebe sind nicht der erhoffte Durchbruch.
Jedoch sind durch die Einführung des Integralen Taktfahrplans (ITF) die
Fahrgastzahlen im regionalen Schienenpersonennahverkehr (SPNV)
erfreulicherweise deutlich angestiegen. In den Spitzenzeiten ist dieser Erfolg
für die Fahrgäste durch überfüllte Züge mehr als spürbar.
Wichtig
ist für uns die Berücksichtigung der Mobilitätsbedürfnisse von Frauen und
Kindern. Auch sind die Zugangshürden für behinderte und ältere Menschen
abzubauen. Denn gerade die Mülheimer Bevölkerung vergreist. Die Zahl der
mobilitätseingeschränkten Personen wird weiter deutlich zunehmen. Für Busse und
Straßenbahnen muss die Niederflurtechnik Standard werden. Die Haltestellen sind
hierzu zügiger als bisher umzurüsten. Das Gesetz zur Gleichstellung
„Behinderter“ vom Februar 2002 bietet dafür mit seinen Vorgaben zur Barrierefreiheit
im ÖPNV den Rahmen.
Der
Öffentliche Nahverkehr muss auch in Zukunft bezahlbar bleiben. Dies gilt sowohl
für die Fahrpreise als auch für die Defizitabdeckung, die die Stadt als
Aufgabenträger wohl auch in Zukunft für den gemeinwirtschaftlichen ÖPNV leisten
muss. Die Verkehrsleistung muss zu den geringsten Kosten für die Allgemeinheit
erbracht werden. Das wird dazu führen, dass die Betriebe sich dem geregelten
Wettbewerb um die Erbringung gemeinwirtschaftlicher Leistungen stellen müssen.
Die
Qualität des Nahverkehrs hat mit der schrittweisen Umsetzung des
Nahverkehrsplans schon ein besseres Niveau erreicht. Sie ist aber noch
verbesserungsfähig.
3.
Die Rahmenbedingungen
Mit
dem Regionalisierungsgesetz NRW aus dem Jahre 1995 ist die ÖPNV-Entwicklung auf
eine neue Basis gestellt worden. Auch Mülheim hat damit die
Aufgabenträgerschaft für den ÖPNV bekommen. Das bedeutet, dass der Stadt die
Verantwortung für Planung, Ausgestaltung und Organisation des ÖPNV auf ihrem
Stadtgebiet übertragen wurde. Hierzu wurde 1997/98 der erste Nahverkehrsplan
(NVP) aufgestellt. Die erste Fortschreibung des Mülheimer NVPs erfolgt im
Herbst 2002.
Für
den SPNV liegt die Aufgabenträgerschaft beim Zweckverband VRR. Jedoch kann die
Stadt Mülheim zum Nahverkehrsplan des VRR Vorschläge unterbreiten.
Das
neue Gerüst für die Weiterentwicklung der ÖPNV-Infrastruktur bis hin zur
Landesförderung bilden der ÖPNV-Bedarfsplan und der daraus entwickelte
ÖPNV-Ausbauplan. Beide Landespläne wurden zuletzt 1998 bzw. 2000 aufgestellt
und in Zukunft alle fünf Jahre fortgeschrieben. Alle größeren
Infrastrukturvorhaben müssen als Fördervoraussetzung in diese Pläne aufgenommen
werden.
Die
Grundlage für die konkrete Handlungsstrategie der Stadt für eine
ÖPNV-Entwicklungsplanung stellt der Ratsbeschluss vom 13. Oktober 1994 dar.
Neben der Förderung aller Verkehre des Umweltverbundes beinhaltete dieser auch
restriktive Maßnahmen im Individualverkehr. In diesem Ratsbeschluss wurde
seinerzeit der Vorrang des ÖPNV gegenüber dem MIV festgeschrieben.
In
der Umsetzung ist Mülheim unter anderem aus finanziellen Gründen noch nicht
sehr weit gekommen. So ist das Straßenbahnnetz entgegen den Planungen noch
nicht ausgebaut worden. Die seit langem geplanten Beschleunigungsmaßnahmen auf
den Linien 110, 104 und 901 werden erst ab 2003 beginnen. Die Einführung des
rechnergesteuerten Betriebsleitsystems (RBL) dauert noch bis 2003. Die
Nachrüstung von Aufzügen an U-Bahnhöfen dauert mindestens bis 2006.
Start
in den Wettbewerb
Die
Grundlage des ÖPNV in Europa wird zukünftig die „Verordnung über Maßnahmen der
Mitgliedstaaten im Zusammenhang mit gemeinwirtschaftlichen Anforderungen und
der Vergabe gemeinwirtschaftlicher Verträge für den Personenverkehr auf der
Schiene, der Straße und auf Binnenschifffahrtswegen“ darstellen. Hinter diesem
Wortungetüm verbirgt sich die Tatsache, dass nach einer gewissen Übergangsfrist
alle gemeinwirtschaftlichen Verkehrsleistungen vom Aufgabenträger öffentlich
auszuschreiben sind. Den Zuschlag erhält der Bieter, der das wirtschaftlich
annehmbarste Angebot abgibt. Das muss nicht automatisch das billigste Angebot
sein. Das Ziel ist der Wettbewerb um öffentliche Zuschüsse. Im SPNV gibt es
auch beim VRR bereits Erfahrungswerte, die Kostenreduzierungen von bis zu 20 %
erwarten lassen.
Gegenüber
europäischen ÖPNV-Großkonzernen wie Connex sind die Betriebe ein unbedeutender
Zwerg. Wichtig ist daher die Definition von angemessenen Qualitätskriterien für
auszuschreibende Verkehrsleistung im neuen Nahverkehrsplan. Hierzu gehören für
Bündnis 90/Die Grünen:
-
Sauberkeit, Pünktlichkeit, Zuverlässigkeit und Schnelligkeit des ÖPNV
-
Optimale Fahrgastinformation
-
Beschwerdemanagement, Verbraucherschutz und Fahrgastmitwirkung
-
Garantierte Zugänglichkeit für mobilitätseingeschränkte Personen
-
Sicherheit in Fahrzeugen und an Haltestellen
-
Qualifiziertes Personal
-
Umweltschutz und Emisissionsziele für den ÖPNV
Kundenbefragungen
zur Messung der Qualität sind sehr sinnvoll. Die Umfrageergebnisse sollten bei
der Vergütung für den Verkehrsbetrieb in Form einer „Bonus-Malus-Regel“ Berücksichtigung
finden.
Zur
sozialen Absicherung der Beschäftigten im ÖPNV soll der Spartentarifvertrag und
das Vergabegesetz des Landes NRW beitragen.
Aufgrund
seines großen Schienennetzes hat Mülheim einen Subventionskuchen für Verkehrsleistungen
zu verteilen, der durchaus die Begehrlichkeit der Konkurrenz wecken könnte.
Darauf müssen sich die Betriebe einrichten. Es kann der Fall eintreten, dass
ein Wettbewerber ein annehmbareres Angebot unterbreitet. Auch auf dieses
Szenario muss sich die Stadt als Aufgabenträger einstellen.
4.
Die neue Rolle der Betriebe
Die
Liberalisierung des ÖPNV auf der Grundlage der neuen Europäischen Richtlinien
vollzieht sich eher hinter den Kulissen. Sicher ist, die Betriebe werden sich
dem Wettbewerb in wenigen Jahren stellen müssen. Aber wie ist ein solches
Unternehmen für den Wettbewerb zu machen?
Fusion
mit Fahrbetrieben der Nachbarstädte
Einer
Fusion mit den Fahrbetrieben der Nachbarstädte stellen wir uns nicht entgegen.
Klar ist: Auch die Betriebe müssen ihre Schularbeiten noch machen. Wir dürfen
nicht unbedingt davon ausgehen, dass sie eine begehrte Braut sind.
Die
Betriebe haben das Ziel, sich im Wettbewerb zu behaupten. Das will die
Konkurrenz aus Hilversum, Bochum und anderen Städten aber auch. Experten sagen
einen Ausleseprozess ohnegleichen für den ÖPNV voraus. Wir sehen jedoch, dass
mittelständische Strukturen im ÖPNV-Markt Monopolbildungen verhindern.
Zusammenarbeit
mit anderen Verkehrsbetrieben
Erste
Ansätze zur Zusammenarbeit mit anderen Verkehrsbetrieben hat es schon vor
Jahren gegeben. Zu nennen ist hier insbesondere die Kooperation mit Oberhausen
in Sachen Straßenbahnbetrieb, aber auch die Nutzung des Betriebshofes durch die
Busverkehr Rheinland GmbH (BVR). In Zukunft muss es zur Kostenreduzierung
verstärkt Einkaufsgemeinschaften für Busse und Bahnen geben.
Umbau
Betriebshof
Der
Umbau und die Erweiterung des Betriebshofes sind ein wesentlicher Schritt zur
Verbesserung der Betriebsabläufe und Kostenreduzierung. Zugleich wird die
Kooperation mit Oberhausen in Sachen Straßenbahnbetrieb gesichert. Trotz der
enormen Kosten wird sich diese Investition auf Dauer bezahlt machen. Die
Finanzierung des Umbaus darf jedoch nicht zu Lasten anderer Projekte gehen.
Hohe
Kosten der Infrastruktur
Die
ÖPNV-Infrastrukturanlagen müssen dem Stand der Technik, insbesondere der Sicherheit,
entsprechen. Darüber hinaus sollen sie allen Qualitätsanforderungen der
Fahrgäste gerecht werden. Das kostet Geld. Aber die Zeit des Baus von teuren
und in der Instandhaltung sehr aufwändigen Stadtbahnanlagen muss vorbei sein.
Die Zukunft des ÖPNV in Mülheim gehört der Straßenbahn. Deshalb wollen wir das
Straßenbahnnetz weiter ausbauen.
Durch
die Umsetzung der Europäischen ÖPNV–Richtlinien wird die Infrastruktur vom
Betrieb und der Aufgabenträgerschaft auch bilanztechnisch abgetrennt. Damit
wird zum erstenmal transparent, welchen Finanzklotz sich die Stadt in den
letzten 30 Jahren mit dem Bau der Stadtbahnanlagen ans Bein gebunden hat. Aber
die Fakten sind nun mal für die Ewigkeit in Beton gegossen worden. Das
Kostenvolumen für die Unterhaltung der Stadtbahnanlagen wird sich nicht
wesentlich absenken lassen, weil Sicherheitsaspekte und Fahrgastfreundlichkeit
dem entgegen stehen. Aber die ersten Abschnitte der Stadtbahntunnel kommen so
langsam in die Jahre (Eröffnung Bahnhof Heißen Kirche im Mai 1977, Hauptbahnhof
November 1979). Die Sanierung von Tunnelanlagen wird bald ein Thema werden.
In
diesem Zusammenhang sollte auch eine Verlegung oder komplette Umgestaltung des
Bahnhofes Eichbaum vorgenommen werden.
5.
Verantwortung der Stadt als Aufgabenträger
Die
Stadt als Aufgabenträger nimmt die Bestellungen von Verkehrsleistungen selbst
vor. Da die Planung und Ausgestaltung des ÖPNV ebenfalls von der Stadt
wahrgenommen wird, ist eine politische Einflussnahme und Kontrolle durch den
Rat der Stadt möglich.
Zunächst
wird die Stadt mit den Betrieben einen Verkehrsvertrag über eine bestimmte Laufzeit
abschließen. In der Zukunft wird es jedoch zur Ausschreibung einzelner Linien
kommen müssen. In ihrer neuen Verantwortung muss die Stadt aber zunächst ihre
Hausaufgaben machen. Hierzu gehört die Weiterentwicklung der
Marketinginstrumente für den Nahverkehr und die Entwicklung von
Controllinginstrumenten und Erfolgskontrollen im gesamten Liniennetz.
Die
Stadt hat der „Paritätischen Initiative für Arbeit“ (PIA e. V.) mit der
Durchführung einzelner Aufgaben aus dem Bereich der Mobilitätsdienstleistungen
beauftragt. Diese erfolgreiche Zusammenarbeit ist zu intensivieren. Ziel muss
die Weiterentwicklung der Radstationen zu Mobilitätszentralen sein. Dazu ist
eine engere Zusammenarbeit von Radstationen, DB AG und Betrieben notwendig.
Das
Liniennetz der Betriebe ist historisch gewachsen. In vielen Fällen ist es aber
hinsichtlich der Erschließung von Nachfragepotentialen nicht mehr zeitgemäß.
Durch die komplette Neuüberarbeitung ihrer Liniennetze hatten Wuppertal,
Oberhausen und Dortmund nachhaltige Steigerungen ihrer Fahrgastzahlen zu
verzeichnen. Damit wurde die Wirtschaftlichkeit weiter verbessert.
Wichtig
für die Zukunft des ÖPNV in Mülheim ist die Beurteilung des Einflusses der demographischen
und sozialen Entwicklung der Stadt. Zu untersuchen sind folgende Aufgabenstellungen:
1.
Jugend und Mobilität (Erreichbarkeit von Schulen usw., Freizeitverkehre);
2.
Mobilität im Alter (Erreichbarkeit von relevanten Einrichtungen);
3.
Belange der mobilitätseingeschränkten Fahrgäste (Wie behindertengerecht ist der
ÖPNV? Wo liegen Defizite und wie können diese beseitigt werden?);
4.
Mobilität von MigrantInnen (Welche speziellen Bedürfnisse hat diese
Fahrgastgruppe? Wie wird die Fahrgastinformation von Ihnen beurteilt?);
5.
Frauenfreundlichkeit des ÖPNV (z. B. Sicherheit an Haltestellen);
6.
Bürgerbeteiligung an der Weiterentwicklung des ÖPNV (Fahrgastbeirat);
7.
Angebotsgestaltung in Schwachverkehrszeiten.
Diese
Themen können im Zuge der Aufstellung des Nahverkehrsplanes der zweiten Generation
oder durch Sondergutachten untersucht werden. Dafür stehen der Stadt jährlich
500.000 € Landesmittel zur Verfügung.
6.
Bestandsaufnahme
Stadtbahn
Mit
der Eröffnung des Ruhrtunnels zwischen Hauptbahnhof und Broich ist das Stadtbahnnetz
nun komplett. Eine weitere Ausdehnung ist auch finanziell nicht mehr zu
leisten. Nach der derzeitigen Beschlusslage wird die U 18 auch zukünftig am
Hauptbahnhof enden. Die Stadtbahnanlagen haben somit noch freie Kapazitäten,
die für Taktverdichtungen genutzt werden können.
Straßenbahn
Die
Entwicklung in vielen europäischen Städten zeigt: Die Zukunft gehört der
Straßenbahn. Das wird auch für Mülheim gelten! Die Betriebe haben später als
andere Verkehrsbetriebe Niederflurbahnen in ihren Fahrzeugpark aufgenommen. Sie
wurden von Anfang an auf der Linie 112 und inzwischen zeitweise auch auf der
Linie 102 eingesetzt. Ein Einsatz von Niederflurfahrzeugen auf den anderen
Linien scheint grundsätzlich möglich. Bei den Fahrgästen, insbesondere der
älteren Generation, finden die neuen Bahnen großen Anklang. Es wird zunehmend
wichtiger, Zugangsbarrieren zu den Haltestellen abzubauen. Ziel muss es sein,
dass gesamte Mülheimer Straßenbahnnetz niederflurtauglich zu gestalten. Dazu
trägt auch der dringende Umbau der Haltestellen im Rahmen der seit langem
geplanten Beschleunigungsprogramme bei. Tunnelstationen müssen zügig mit
Aufzügen nachgerüstet werden. Langfristig sollte auch ein niederfluriger
Stadtbahnbetrieb erwogen werden.
Bus
Das
Busnetz ist in den letzten Jahren entsprechend der Vorgaben im Nahverkehrsplan
(Linien 133, 134) qualitativ verbessert worden. Die zunehmende Anzahl neuer
Niederflurfahrzeuge entspricht den Fahrgastansprüchen. Auch das Qualitätsniveau
der Subunternehmer der Betriebe kann man als gut bezeichnen. Der Umbau von
Bushaltestellen (Buchten) zu Buskaps dauert allerdings im Vergleich zu anderen
Städten schon viel zu lange. Hier bedarf es größerer Anstrengungen.
Bahnhöfe
und SPNV
Der
Hauptbahnhof ist kein Aushängeschild für Mülheim. Er entspricht nicht den
Anforderungen der Fahrgäste des 21. Jahrhunderts. Ein Ärgernis ist der seit
Jahren immer wieder verschobene Umbau. Gegenüber vergleichbaren Bahnhöfen in
Deutschland ist der Qualitätsstandard extrem schlecht. Es fehlen Toiletten und
attraktive Wartebereiche. Der Umbau des Gebäudes und der Bahnsteiganlagen darf
nicht von der Frage eines möglichen Metrorapid-Haltes abhängig gemacht werden.
Der
Bahnhof Styrum wurde Ende der 90er Jahre optisch verbessert und hat Aufzüge
erhalten. Die Bahnsteighöhe entspricht allerdings noch nicht der Einstiegshöhe
in die Fahrzeuge. Durch die Radstation mit ihren Serviceangeboten und der neuen
Straßenbahnhaltestelle vor dem Haupteingang hat der Bahnhof an Attraktivität
gewonnen. Es fehlt allerdings noch eine bessere Verknüpfung mit den Bussen
(Linien 122 und 129).
Der
Bahnhof West führt aufgrund seiner geringen Frequentierung ein Schattendasein.
Sofern die Stadt ihre Planungen zur Umnutzung des Thyssengeländes zur Ruhr hin
umsetzt bedarf auch dieser Bahnhof einer Aufwertung und baulichen
Verbesserungen.
Das
Angebot im SPNV ist zur Zeit als befriedigend einzustufen. Die Defizite liegen
in den fehlenden Direktverbindungen zum Niederrhein (Wesel) und ins südliche
Ruhrgebiet (Witten, Hagen) sowie an der Leistungsfähigkeit der Verbindungen
nach Düsseldorf. Die lange erwartete Verbindung ins nördliche Ruhrgebiet
(Gelsenkirchen, Recklinghausen), nach Münster und zum westlichen Niederrhein
(Krefeld, Mönchengladbach) wird im Dezember 2002 geschaffen.
Der
Qualitätsstandard der Fahrzeuge hat sich verbessert. Aber bei der Verdichtung
der S-Bahntakte sowie der Fahrzeiten sind Verbesserungen wünschenswert.
7.
Ziele
Unbestritten
ist, dass der ÖPNV insgesamt wirtschaftlicher gestaltet werden muss. Der
Steuerzahler kann sich dauerhaft einen Zuschussbedarf in der derzeitigen
Größenordnung nicht leisten. Klar ist jedoch auch, dass der ÖPNV als Produkt
der Daseinsvorsorge ohne öffentliche Zuschüsse nicht überlebensfähig ist.
Leistungskürzungen führen zu einem Nachfragerückgang und sinkenden Einnahmen.
Sie sind deshalb der falsche Schritt zur Defizitabsenkung.
Jährliche
Fahrpreiserhöhungen sind ärgerlich. Von den Fahrgästen wird dies in Zukunft nur
akzeptiert, wenn das Preis-/Leistungsverhältnis des ÖPNV-Angebots stimmt. Dazu
gehören insbesondere Sauberkeit und Pünktlichkeit. In Form eines Kundenforums
oder Fahrgastbeirates, angesiedelt beim Aufgabenträger Stadt, sollen mit einer
Bonus-Malus-Regel die Fahrgäste Einfluss auf die Zahlung an Verkehrsunternehmen
nehmen.
Auf
der anderen Seite wollen wir eine qualitative und quantitative Verbesserung des
ÖPNV. Dieser leistet einen wichtigen Beitrag zur Urbanität und Lebensqualität
der Stadt. Dies muss vom Rat der Stadt angenommen und zur Handlungsleitlinie
erhoben werden.
Ringbus
in Styrum
Der
Stadtteil Styrum ist ein kompaktes Siedlungsgebiet mit leistungsfähigem
S-Bahnanschluss. Er hat aber bedingt durch seine Dreiteilung durch Autobahn und
Eisenbahnanlagen auch Defizite in der ÖPNV-Erschließung. Von seiner
Siedlungsstruktur eignet sich dieser Teilbereich für die Einrichtung eines
Ringbusses. Dies hat bereits der NVP von 1998 bestätigt. Bisher ist die
Umsetzung an den hohen Kosten gescheitert. Es bleibt zu prüfen, ob ersatzweise
die Linie 129 die Funktion eines Ringbusses teilweise übernehmen kann. Dies
setzt jedoch eine Fahrplanausweitung am Abend und am Wochenende voraus. Ziel
muss auch eine bessere Verknüpfung mit OB-Alstaden sein.
-
Optimierung der Buslinien nach Saarn
Saarn
ist seit über 30 Jahren der einzige größere Stadtteil in Mülheim ohne
Straßenbahnanschluss. Während fast genauso lange über eine neue Trasse
nachgedacht wurde, ist mit den Buslinien 132, 133 und 752 eine leistungsfähige
Verbindung zur Innenstadt mit werktags sechs Fahrten/Stunde entstanden. Darauf
wollen wir aufbauen und zukünftig auch weiterhin direkte Buslinien von der
Innenstadt über Saarn (10-Minuten-Takt) nach Selbeck und Mintard anbieten. Die
vorgeschlagene Verlängerung der Linie 102 über die Saarner Straße lehnen wir
aus topografischen Gründen, die Variante durch das Bühlsbachtal aus ökologischen
Gründen ab. Beide Trassen bringen keinen Zeitvorteil gegenüber dem Busverkehr
über Kassenberg und Düsseldorfer Straße.
Stadtbussystem
in Saarn
Saarn
ist ein Siedlungsgebiet mit leistungsfähigem Busanschluss. Es gibt aber noch
Defizite in der Erschließung. Von seiner Siedlungsstruktur her eignet sich
dieser Stadtteil für die Einrichtung eines Stadtbussystems. Hierbei handelt es
sich um ein lokales Liniennetz, welches von einem zentralen Punkt das
Stadtteilgebiet erschließt (Quartiersbusse).
Stadtbussysteme
erfordern die Schaffung von Teilliniennetzen, welche auch ausgeschrieben werden
können. Dies kann als erster Test zur Anwendung der neuen europäischen
Richtlinie zum ÖPNV (Ausschreibung von gemeinwirtschaftlichen Verkehren) in
Mülheim dienen. Die Gewinnung von eigenen Erfahrungswerten zu diesem Thema ist
besonders wichtig. Dazu bieten sich auch private Betreiber mit Kleinbussen an.
Stadtteilverbindender
Verkehr
Schon
heute gibt es verschiedene Buslinien, die benachbarte Stadtteile verbinden,
ohne dass ein Umweg über die Innenstadt notwendig ist. Einige dieser Linien
verkehren jedoch bisher nur werktags (129) oder im 60-Minuten-Takt (134, 753).
Insbesondere im südlichen Stadtgebiet bedarf es weiterer Verbesserungen. Ziel
ist ein Ringverkehr mit mehren Linien und 20-Minuten-Takt (bzw. 30-Minuten-Takt
in der Schwachverkehrszeit) auf allen stadtteilverbindenden Strecken.
Städteübergreifender
Verkehr
Während
in die Innenstädte von Essen (Linie U 18), Oberhausen (112) und Duisburg (901)
relativ gute Verbindungen bestehen, ist die Situation in Richtung Ratingen
(752, 753) und Heiligenhaus (762) aber auch Essen-Kettwig (151) als
katastrophal zu bezeichnen. Zu diesem Thema bietet der NVP bisher wenig
erfolgversprechende Lösungen an. Auf den Strecken im Ruhrtal (132, 151) muss es
insbesondere Verbesserungen im Freizeitverkehr (Saison der „Weißen Flotte“)
geben. Richtung Ratingen sollte endlich eine Schnellbusverbindung geschaffen
werden.
Mit
Inbetriebnahme der Ratinger Weststrecke muss es eine Verbindung von Speldorf
zum Bahnhof DU-Bissingheim oder DU-Wedau geben. Möglich wäre eine Verlängerung
der Linie 124 ab Katzenbruch über Worringer Weg (neue Haltestelle für Ev.
Akademie).
Dringend
notwendig ist auch eine engere Verzahnung des Nacht-Express-Netzes mit den
Nachbarstädten. Ziel sollte mindestens je eine durchgehende Linie in alle Nachbarstädte
sein. Die Linien sollen grundsätzlich die Bahnhöfe anfahren und mit den
Nacht-S-Bahnen verknüpft werden.
Anpassung
von Taktzeiten
Die
Koalitionsvereinbarung der Rot-Grünen Landesregierung sieht eine Verdichtung
der S-Bahntakte auf einen 15-Minuten-Takt an Werktagen ab 2005 vor. Dies muss
trotz zusätzlicher Kosten für die zukünftige Planung berücksichtigt werden.
Verknüpfung
Radverkehr und ÖPNV
Förderung
des Umweltverbundes heißt auch Verknüpfung von Radverkehr und ÖPNV. Mit den
beiden Radstation am Hauptbahnhof und in Styrum gibt es bereits eine
Verknüpfung mit dem SPNV. Neben der Fahrradwache am Kaufhof müssen zusätzlich
an den wichtigen Straßenbahn- und Bushaltestellen in den Stadtteilen (z. B.
Heißen Kirche, Alte Straße/Saarn Center) sichere überdachte
Fahrradabstellanlagen (z. B. Boxen) errichtet werden.
8.Infrastrukturausbau
Der
ÖPNV muss schneller und zuverlässiger werden. Durch neue Trassen für die Straßenbahn
werden neue Kunden angezogen. Auch durch die Verkürzung von Fußwegen durch neue
Zugänge zu S-Bahnstationen steigt die Akzeptanz des ÖPNV. Das Beispiel Bahnhof
Styrum zeigt dies deutlich.
Der
Ausbau der Infrastruktur ist aber auch eine Investition in eine Verbesserung
der Wirtschaftlichkeit des ÖPNV. Eine Beschleunigung der Straßenbahnlinien 104
und 110 spart ein Fahrzeug pro Linie ein.
Der
Ausbau der Infrastruktur erfolgt zu fast 90 % mit Landesmitteln. In der Regel
müssen neue Infrastrukturprojekte für den ÖPNV-Bedarfsplan des Landes und im
zweiten Schritt für den ÖPNV-Ausbauplan angemeldet werden. Beide Landespläne
werden in den Jahren 2002 – 2005 fortgeschrieben. Die weitere Fortschreibung
erfolgt in Zukunft im 5-Jahres Turnus. Die Stadt ist im Zuge des
Fortschreibungsprozesses aufgerufen, ihre Vorstellungen zum ÖPNV–Ausbau
darzulegen. Die Weiterentwicklung der Mülheimer ÖPNV-Infrastruktur ist in diese
Zeitschiene hinein zu entwickeln.
Im
Folgenden stellen wir unsere Projekte kurz vor:
a.)
Ausbau der städtischen ÖPNV-Infrastruktur
Der
Schwerpunkt für zukünftige Investitionen muss auf dem Ausbau des
Straßenbahnnetzes liegen. Alle neuen Vorhaben sollen grundsätzlich für den
Einsatz von Niederflurstraßenbahnen ausgebaut werden. Auf eine
ÖPNV-Beschleunigung wird nicht verzichtet. Eine Signalbevorrechtigung für Bus
und Bahn muss Standard werden. Die Straßenbahn soll eine wichtige
Verteilungsfunktion übernehmen.
-
Beschleunigung der Linien 104, 110 und 901
Die
Beschleunigungsprogramme für die drei Linien 104, 110 und 901 liegen seit
Jahren vor. Bei der Linie 110 wurde mit der Verlegung der Haltestelle Bahnhof
Styrum vor den Eingang des Bahnhofes bereits eine wichtige Maßnahme umgesetzt.
Bisher hapert es vor allem im Bereich der Innenstadt (Aufhebung
Kaufhofumfahrung). Die Beschleunigung der Linie 104 wurde zunächst zugunsten
der 110 zurückgestellt. Die Beschleunigung der Linie 901 muss hingegen erste
Priorität haben. Durch die regelmäßigen Verspätungen kommt es im Tunnel immer
wieder zu unnötigen Konflikten mit der Linie 102.
Die
Stadt sollte alle drei Maßnahmen in das Landesprogramm für
ÖPNV-Infrastrukturmaßnahmen ab dem Jahre 2003 aufnehmen lassen.
-
Verlängerung der Linie 105 (E-Frintrop – OB-Neue Mitte – OB-Hbf - Auf dem
Bruch)
Vor
allem der Stadtteil Dümpten erhält eine zügige Verbindung zum Oberhausener Hauptbahnhof
und damit an das regionale (RE Emmerich - Köln - Koblenz) und internationale
Schnellzugnetz (ICE Amsterdam - Köln - Frankfurt). Die Bauarbeiten werden 2003
beginnen und 2004 abgeschlossen sein.
-
Verlängerung der Linie 112 zum Hauptbahnhof
Die
Straßenbahnlinie 112 soll gemäß dem Ziel im Nahverkehrsplan über den Dickswall
zum Hauptbahnhof geführt werden und dort oberirdisch im Bereich des heutigen
Parkplatzes der Hauptpost enden. An der Kreuzung Dickswall/Tourainer Ring ist
aufgrund der dichten Bebauung in diesem Bereich eine weitere Haltestelle für
Bus (Linien 132 und 151) und Straßenbahn sinnvoll.
-
Zentraler Verknüpfungspunkt Hauptbahnhof/Umbau Busbahnhof
Der
Hauptbahnhof muss der zentrale Verknüpfungspunkt in der Innenstadt werden. Hier
ist vorrangig der Umbau des Busbahnhofs zu nennen. Die Busse sollen zukünftig
oberirdisch im Bereich des heutigen Parkplatzes der Hauptpost (Verknüpfung mit
Straßenbahnlinie 112) halten und zur Aufnahme der Sternfahrten (einschließlich
Nachtexpress) dienen. Dies ermöglicht zum Einen die verbesserte Einbindung der
Stadtbahn (U 18) in die Sternfahrten, andererseits wird endlich auch die zügige
Verknüpfung mit der S-Bahn und dem Regionalverkehr realisiert. Auch sollte der
Fahrplan der Nachtexpress-Linien so gestaltet werden, dass es mit den
nächtlichen überregionalen Nachtexpressnetz auf der Schiene harmoniert.
-
Zentraler Umsteigepunkt Stadtmitte/ÖPNV-Trasse Innenstadt
Die
Kreuzung Stadtmitte muss gemäß den beschlossenen Plänen so umgestaltet werden,
dass ein neuer zentraler Umsteigepunkt für Bus und Straßenbahn vor dem Kaufhof
entsteht. Die Kaufhofumfahrung wird vollständig aufgehoben und alle Buslinien
sollen zwischen Stadtmitte und Hauptbahnhof in beiden Fahrtrichtungen über eine
eigene Trasse auf der Friedrich-Ebert-Straße und Bahnstraße geführt werden.
-
Verlängerung der Linie 104 von Abzweig Aktienstraße nach Borbeck
Auf
Vorschlag von Bündnis 90/Die Grünen Essen regen wir eine Verlängerung der Linie
104 auf Essener Stadtgebiet an. Zwischen den Haltestellen Heißener Straße
(Abzweig Frintroper Straße) und Schloss Borbeck soll eine 450 m lange
Neubaustrecke zur Verlängerung der bislang am Abzweig Aktienstraße endenden
Linie 104 nach Borbeck gebaut werden. Neuer Endpunkt der Linie 104 wäre dann
der Germaniaplatz. Der Stadtteil Borbeck und sein Bahnhof (Linie S 9 nach
Bottrop/Gladbeck, Linie RE 14 nach Dorsten/Borken) wäre dann direkt mit Mülheim
verbunden und würde seine regionale Bedeutung noch verstärken. Alternativ kann
die Gleisverbindung am Fliegenbusch genutzt werden.
-
Verbindung Flughafen Essen/Mülheim - Essen-Haarzopf
Zur
Südverknüpfung des Essener und Mülheimer Straßenbahnnetzes und zur Erschließung
des Flughafengeländes soll ein Lückenschluss zwischen Flughafen und Erbach
dienen. Am Flughafen Essen/Mülheim endet derzeit die Straßenbahnlinie 110. Der
Essener Stadtteil Haarzopf (Erbach) wird langfristig wieder eine
Schienenverbindung aus der Essener Innenstadt erhalten. Unabhängig davon sollte
die Flughafensiedlung durch einen Tausch der Linien 104 und 110 zwischen
Hauptfriedhof und Flughafen im 10-Minuten-Takt bedient werden. Dies ist ohne
zusätzliche Fahrzeuge möglich.
-
Verlängerung der Linie 110 Richtung Oberhausen
Das
Straßenbahnkonzept der Stadt Oberhausen sieht langfristig eine Verbindung über
die Lothringer Straße und Heidestraße nach Styrum vor. Diese Linie müsste dort
mit der Linie 110 verknüpft werden.
Alternativ
bietet sich auch eine Verlängerung über die Friesenstraße nach OB-Alstaden
(Ruhrpark) an.
-
Verlängerung der Linie 105 durch Dümpten Richtung Grenze Borbeck
Der
Nahverkehrsplan schlägt einen Weiterbau der Straßenbahn aus Oberhausen über die
Denkhauser Höfe und Oberheidstraße bis Grenze Borbeck (Anschluss zur Linie 104)
vor. Diese Verbindung ist im Hinblick auf die schwierige Verkehrsführung im
Bereich des Neuen Friedhofs genau auf ihre Vor- und Nachteile zu prüfen.
Vorrangig
sollte eine Straßenbahnlinie aus Oberhausen zur Taktverdichtung über die Mellinghofer
Straße zur Innenstadt geführt werden (vgl. auch nächsten Punkt).
-
neue Linie 116 (OB-Sterkrade – Dümpten – Hauptbahnhof – Betriebshof)
Die
dslange Linie 105 sollte aus Essen kommend in Oberhausen enden. Als Ersatz
sollte eine neue Linie von Sterkrade über den Oberhausener Hauptbahnhof,
Dümpten und den Mülheimer Hauptbahnhof bis zum Betriebshof verkehren. Zwischen
Dümpten und Broich würde sie gemeinsam mit der unveränderten Linie 102
verkehren und zur Entlastung im Schul- und Berufsverkehr sorgen. Die Fahrzeit
zwischen den beiden Hauptbahnhöfen wäre im Vergleich zur Strecke über Styrum
und Stadtmitte (Linie 112) rund fünf Minuten kürzer. Alternativ wären auch
Doppeltraktionen der Linie 102 möglich, die in Dümpten geflügelt werden
könnten. Dazu müssten die Bahnsteige auf der Mellinghofer Straße auf 60 m
verlängert werden.
Übersicht:
Mögliche Weiterentwicklung des Schienennetzes:
|
U
18 |
Hauptbahnhof
- Heißen - E-Hauptbahnhof - E-Berliner Platz |
|
102 |
Oberdümpten
- Auf dem Bruch - Hauptbahnhof - Broich - Uhlenhorst |
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104 |
Flughafen
Essen/Mülheim - Oppspring - Kaiserplatz - Stadtmitte - Nordstraße - E-Abzweig
Aktienstraße - E-Borbeck Bahnhof - E-Germaniaplatz |
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105 |
(Auf
dem Bruch) - Oberhausen Hbf - OB-Neue Mitte - E-Frintrop - E-Berliner Platz -
E-Hauptbahnhof - E-Rellinghausen - (...) |
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107 |
Flughafen
Essen/Mülheim - E-Erbach - E-Bredeney – E-Hauptbahnhof - E-Stoppenberg -
Zollverein - E-Katernberg - Gelsenkirchen Hauptbahnhof |
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110 |
Hauptfriedhof
- Oppspring - Stadtmitte - Styrum Bf. - Heidestraße - OB-Hauptbahnhof - (...) |
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112 |
Hauptbahnhof
- Stadtmitte - Styrum - OB-Hauptbahnhof - OB-Neue Mitte - OB-Sterkrade |
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116 |
OB-Sterkrade
– OB-Hauptbahnhof – Auf dem Bruch – Hauptbahnhof – Betriebshof |
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901 |
Hauptbahnhof
- Speldorf - DU-Zoo - DU-Hauptbahnhof - DU-Ruhrort - DU-Obermarxloh |
b.)
Infrastruktur der Deutschen Bahn AG
Zuständig
für die Weiterentwicklung der DB-Infrastruktur ist der Zweckverband VRR, natürlich
in Zusammenarbeit mit der DB Station & Service AG, der Besitzerin der
Bahnhofsinfrastruktur. Jedoch kann die Stadt Mülheim Maßnahmen aus ihrem
Stadtgebiet zur Aufnahme in den Nahverkehrsplan des VRR vorschlagen. Zu
berücksichtigen sind die langfristigen Planungen für das SPNV-Netz des VRR
(Zielnetz 2015) und des Integralen Taktfahrplans. Zur Förderung von
Ergänzungsmaßnahmen (z. B. Park & Ride, Bike & Ride) an vorhandenen
S-Bahnhöfen kann auch die Stadt Finanzierungsanträge stellen.
Der
Zweckverband VRR bestellt bei einem Eisenbahnverkehrsunternehmen die Verkehrsleistung
und bestimmt die Bahnhöfe, an denen gehalten werden soll. Die laufenden Kosten
der Bahnhöfe finanzieren sich aus den Stationsgebühren, die die
Eisenbahnverkehrsunternehmen an die DB Station & Service zahlen. Unter den
Eisenbahnverkehrsunternehmen im SPNV im Bereich von Mülheim hat die
Regionalbahn Rhein-Ruhr GmbH derzeit einen Marktanteil von 100 %. Das kann sich
auch ändern.
-
Reaktivierung Rheinische Bahn
Die
Bahnstrecke der Rheinischen Bahn berührt die Stadt zwischen Heißen und
Speldorf. Die Reaktivierung der Strecke für den SPNV sollte in enger Abstimmung
mit der Stadt Essen und Duisburg weiter verfolgt werden. Geprüft werden sollte
auch, ob sich die Verlängerung der S 4 (heute S 2) aus Gelsenkirchen über Essen
in Richtung Ratingen und Düsseldorf durchführen lässt. Als denkbare Haltepunkte
bieten sich in Heißen die Brücke im Zuge der Freiherr-vom-Stein-Straße
(Buslinien 129, 136), in der Innenstadt der Hauptbahnhof, in Broich das
Entwicklungsgebiet an der Duisburger Straße (Verbindung zur Müga) und in
Speldorf der Bereich Blötter Weg (Buslinien 124, 134) und Hundsbuschstraße
(Nähe Stadtteilzentrum) an.
Diese
Trasse dient der Entlastung der Hauptstrecke zwischen Düsseldorf und Essen. Wichtige
Aspekte sind auch die Entwicklung des alten Bahngeländes in Broich und die
Verbindungen zu den Universitäten in Essen und Duisburg. Der geplante
Metrorapid kann diese Funktion nicht übernehmen und stellt deshalb keine
geeignete Alternative dar.
Unabhängig
davon sollte auch eine Verlängerung der U 18 über die Gleise der Rheinischen
Bahn bis DU-Wedau im Auge behalten werden. Ein solches Projekt darf jedoch
nicht den Einsatz von Niederflurfahrzeugen im Ruhrtunnel behindern.
Falls
eine Reaktivierung der Rheinischen Bahn zwischen Mülheim und Essen durch den
Bau des Metrorapids verhindert wird, sollten ersatzweise die heutigen
S-Bahnlinien S 1 und S 3 einen Halt in Heißen bekommen.