Wer zahlt Entschädigung für die ZwangsarbeiterInnen

Manch eineR von euch hat in der letzten Zeit das Wort ZwangsarbeiterInnen schon einmal gehört und sich vielleicht gefragt, was das bedeutet.
In dem Wort steckt das Verb zwingen. Damit kommen wir auch der Bedeutung schon näher. Menschen wurden gegen ihren Willen zur Arbeit in Deutschland gezwungen, die sie gar nicht machen wollten.

Wer zwang wann,wen und warum?

Vor unserer jetzigen Bundesrepublik gab es das Dritte Reich. Und davor gab es die erste, nur kurz dauernde Weimarer Republik. Viele deutsche Industrielle, PolitikerInnen, Adolf Hitler  und die deutsche Nazi-Partei NSDAP haben aus dieser jungen Republik das dritte Reich gemacht. Sie haben alle Männer und Frauen aus der Regierung gedrängt, die nicht so regieren wollten wie Sie. Mit HelferInnen, die so dachten wie sie selbst, haben diese Leute dann immer mehr Macht übernommen. Hitler und die Nazis wollten ein großes, starkes deutsches Reich errichten. Sie waren der Meinung, Deutschland müsse stärker sein als alle anderen Länder

Um das zu erreichen, brauchten sie Land. Deshalb begann Deutschland Krieg mit mehreren Nachbarn und die Deutsche Armee besetzte zunächst einige Nachbarländer. Weil dafür aber sehr viele Soldaten gebrauchten wurden, befahlen die Nazis, aus den besetzten Ländern Leute zu holen, die in den deutschen Fabriken und in der Landwirtschaft 14-16 Stunden pro Tag hart arbeiten mussten.
Sie kamen in fast allen Städten Deutschlands in Arbeitslager. Diese Lager durften sie nicht verlassen, nicht mit den Deutschen sprechen und sie wurden oft schlecht behandelt. In die Arbeitslager kamen auch Juden, Zigeuner und Menschen die anders dachten oder anders  lebten als die Regierung es wollte.
Insgesammt mußten 10 Millionen ZwangsarbeiterInnen, die in fast  
2.500 Firmen arbeiteten.
Heute leben noch ungefähr 2,3 Millionen davon. Kaum eineR von ihnen hat eine Wiedergutmachung oder Entschädigung erhalten.

Das soll sich jetzt ändern. Deutschland will den schon sehr alten noch lebenden Opfern im Jahre 2000 zehn Milliarden Mark zahlen. Die Hälfte davon will der Staat zahlen und die andere Hälfte muss von deutschen Unternehmen kommen. 2600 Firmen haben gezahlt, aber es fehlen immer noch 1,9 Milliarden Mark. Von den größten Firmen haben leider erst etwa die Hälfte Geld gespendet.

Das ist eine Schande für die deutschen Firmen, die nicht zahlen wollen, aber in der Vergangenheit davon profitiert haben und für das ganze deutsche Volk.

Auch in Mülheimer Firmen gab es viele ZwangsarbeiterInnen. Gezahlt haben aber erst drei Firmen!

Aber es gibt auch Firmen, die in den Fonds zahlen, obwohl sie keine ZwangsarbeiterInnen hatten oder später gegründet wurden. Sie sehen es als ihre Verpflichtung an, diese Wiedergutmachung zu leisten.

Gut, dass es diese Menschen gibt, die damit zur Versöhnung beitragen wollen.

Sehr beeindruckend war das Konzert "Schweigen tut weh" der Saarner Gesamtschule. Sie hat das gesamte eingenommene Geld diesem Fonds gespendet. Den LehrerInnen und SchülerInnen gilt höchste Anerkennung.

Wer hat gezahlt, wer drückt sich?

Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes/ Bund der Antifaschisten