Getrennte Sammlung und vor allem Verbrennung von Kastanienlaub regen die Grünen an. Dies, um einen Schädling zu bekämpfen. An den Kragen gehen soll es der Miniermotte, die Kastanien den Garaus macht.
Dass diese Taktik erfolgreich ist, belegt Wolf Jürgen Richter, umweltpolitischer Sprecher der Grünen, durch das Beispiel Berlin. Dort gelang es, mittels der geforderten Maßnahmen den Bestand der Motte um mehr als 30 % zu reduzieren.
Die Miniermotte befällt hauptsächlich die weißblütige Rosskastanie. Die Weibchen legen etwa 20 weiße, abgeflachte Eier auf den Blattoberseiten des befallenen Baumes ab. Nach etwa drei Wochen schlüpfen die Junglarven. Sie minieren – fressen sich also einen Gang von ein bis zwei Millimeter Länge – parallel zu einem Blattnerv, den sie dann seitlich weiterführen. Im weiteren Larvenstadien bauen sie die Minen zu einem kreisförmigen Gebilde aus, das einen Durchmesser von bis zu acht Millimetern erreichen kann. Die Fraßgänge der Larven führen zu einer schnellen Braunfärbung und zum langsamen Welken der Blätter schon im Sommer.
Im Umweltausschuss am 8. Setember will Dr. Richter nun erfragen, ob Getrenntsammlung und Verbrennung von Kastanienblättern in Mülheim möglich sind.
Dr. Wolf Jürgen Richter