Beifall bei den Grünen findet die von der MVG erwogene Rückzahlung der Ticketgebühren ab zehn Minuten Verspätung.
"Was in Duisburg klappt", erklärt ihr verkehrspolitischer Sprecher Axel Hercher, "sollte auch bei uns in Mülheim funktionieren. Für die MVG ein Ansporn zu höchstmöglicher Pünktlichkeit. Für verspätungsgeschädigte Fahrgäste, selbstverständlich gehören Abonnenten dazu, ein kleiner Ausgleich für Verdruss. Voraussetzung wäre eine unbürokratische Geldrückgabe in den MVG-Kundencentern. Die elektronische Vernetzung sollte das ermöglichen. Nicht hinnehmbar wäre, wenn die betroffenen Kunden von Pontius zu Pilatus laufen müssten.",
Zu klären seien Fälle, in denen man durch vielleicht nur fünfminütige Verspätung einen Anschluss verpasse, so dass sich die Verspätung auf weitaus mehr als zehn Minuten erhöhe. Unrealistisch seien hingegen Erstattungen, wenn die MVG nicht direkte Verursacherin sei. "Falls etwa verunfallte Autos auf den Gleisen eine Straßenbahn stoppen, ist für die Fahrgäste ein schneller Schienenersatzverkehr wichtiger als einige Euro nach langer Zwangspause", so Hercher.
Dass die MVG angesichts einer Geldrückgabegarantie ihre Fahrpläne realistischer gestalten will, befürwortet Hercher. "Das ist im Sinne der Kunden. Was nützen ehrgeizige, aber nicht einzuhaltende Fahrzeiten?" In anderen Städten, wie z. B. beim Nachbarn Oberhausen, sei es schon lange üblich, mit unterschiedlichen Fahrzeiten für werktags tagsüber, abends und am Wochenende zu planen.
Positiv sei die Verwirklichung der Planungen auch für die Kooperation mit der EVAG und der DVG. "Das", sagt Hercher, "schafft verlässliche Gemeinsamkeiten."