Bedauern über die angekündigte Kostenpflicht für die blaue Altpapier-Tonne äußern die Grünen.
„250.000 Euro Defizit pro Jahr“, räumt aber ihr umweltpolitischer Sprecher Dr. Wolf Jürgen Richter ein, „sind auf Dauer nicht hinnehmbar. Über die Graue Tonne und andere Serviceleistungen müssten die Gebührenzahler letztendlich das Minus ausgleichen. Dennoch ist die Kostenpflichtigkeit des bisher gebührenfreien Service ein Rückschlag.“
Die MEG stehe nun in der Pflicht, so die Grünen, das Containernetz ebenso dicht wie vor Einführung der Blauen Tonne bereit zu halten. „Der Einwurf von Altpapier in Container darf nicht zum Wandertag ausarten,“ fordert Dr. Richter.
Rückblickend sei die Einführung der Altpapier-Tonne wohl übereilt geschehen. „Sie war Ausfluss“ erklärt der Umweltexperte, „der zu dieser Zeit gewaltigen Nachfrage Chinas nach Altpapier zwecks Herstellung von Kartonagen. Damit verbundenen waren extrem hohe Verlaufserlöse. Die Weltwirtschaftskrise dreht nun das Rad zurück.“
Dennoch empfiehlt Dr. Richter der MEG, abgemeldete Blaue Tonnen nicht übereilt zu veräußern. „Schließlich kann die Nachfrage sehr schnell wieder einsetzen. Es wäre dumm, die auf Gebührenzahlerkosten erworbenen Behältnisse zu Dumpingpreisen wieder abzustoßen.“
Dr. Wolf Jürgen Richter