Inklusion soll auch in Mülheim Regelfall werden
Wie können Stadt und Politik in Mülheim Inklusion fördern? Dies war zentrales Thema einer gut besuchten Diskussionsrunde der Grünen zur Bildungspolitik am letzten Mittwoch in der Volkshochschule.
Inklusion heißt vermehrte Aufnahme von Kindern mit Behinderungen in Regelschulen. Für Rückenwind sorgt die Landesregierung durch einen neuen Erlass. Er gibt allen Eltern das Recht, Kinder mit Handikap an Regel– statt an Förderschulen anzumelden. Wie dies in Mülheim umzusetzen ist, diskutierte eine bunte Runde aus Eltern, Lehrern, Politik und Verwaltung.
Sigrid Beer, bildungspolitische Sprecherin der Landtagsgrünen, möchte die Verhältnisse in den nächsten zehn Jahren umkehren. Statt bisher 15 Prozent sollen dann 85 Prozent der behinderten Kinder eine Regelschule besuchen. Da wollte Bildungsdezernent Peter Vermeulen nicht zurückstehen. Für die Verwaltung sagte er Eltern und Schulen Unterstützung bei der Umsetzung des Erlasses zu. Förderschulleiterin Elke Storch–Fritz sprach sich für realistische Schritte aus. Dabei bräuchten die Schulen Unterstützung durch kleinere Klassenstärken. Inge Göricke, Bildungsexpertin der Grüne–Ratsfraktion, forderte die Übernahme gemeinsamer Verantwortung durch Land und Stadt. Sie wünscht sich eine Schule, die Kinder nicht aussortiert und beschämt, sondern stärkt und unterstützt.
Vorerst aber gilt es, Defizite zu beheben. Anwesende Eltern von Kindern mit Behinderungen beklagten sich darüber, bei der Schulwahl für ihre Sprösslinge von der Stadt allein gelassen zu werden. Sie wünschen sich mehr Information und Transparenz. Helfen könne dabei ein schriftlicher Wegweiser für die Beschulung Behinderter.
Ingrid Tews