Mülheim an der Ruhr, 23.02.2011

Verdruss über Kahlschlag

Die Grünen sind erzürnt über die erfolgte Fällung der Bäume an der Düsseldorfer Straße. Sie hatten noch einen Tag zuvor bei der OB um Aufschub gebeten.

„Die Antwort auf Bitten um Bürgerfreundlichkeit und höhere Informationsdichte ist leider die Motorsäge“, bedauert ihr Fraktionssprecher Tim Giesbert. Seine Fraktion habe um genau sieben Tage Aufschub gebeten. Dass die Verwaltung dem nicht nachkam, sei ein Zeichen von Starrsinnigkeit und Rechthaberei. Der Fraktionschef: „Die Atemlosigkeit der Verwaltung bei der Umsetzung dieses Beschlusses wünschen wir uns eher bei anderen Dingen.“

Nicht gelten lassen die Grünen die mögliche städtische Haftung wegen mangelnder Verkehrssicherheit. Giesbert: „ Wenn überhaupt war nur bei zwei Bäumen Gefahr im Verzug. Bei den anderen neun gab es keinerlei Bodenerhebung. Dort hätte innerhalb der Zeit bis zur Sitzung der Bezirksvertretung am 1. März definitiv niemand zu Schaden kommen können. Zumindest in diesen Fällen ist der Kahlschlag nicht zu vertreten.“

Als „juristisch korrekt, doch ökologisch blind“, bewertet Hans Hermann Stollen, Fraktionssprecher im Bezirk Linksruhr, das Vorgehen der Stadt. Dazu passe die Information der Bevölkerung erst kurz vor der Fällung. Stollen: „Die Bürgerinnen und Bürger wurden wieder einmal vor vollendete Tatsachen gestellt.“

Die Stadt, stellen Giesbert und Stollen fest, gebe sich in der Ära Mühlenfeld gerne ökologisch. Im Ernstfall aber bleibe Umweltschutz ein Sonntagsthema.

Tim Giesbert/Hans Hermann Stollen