Ziel: Strom ohne Atom
Der städtische Strombezug soll zu 100 Prozent nuklearfrei sein. Das wollen die Grünen und stellen einen Antrag für die Mai–Sitzung des Ausschusses für Umwelt und Energie.
„Angesichts der Atomkatastrophe in Japan“, erklärt ihr energiepolitischer Sprecher Dr. Wolf Jürgen Richter, „müsste auch dem Allerletzten klar sein, dass Atomkraft unbeherrschbar und ein für unsere demokratische Gesellschaft nicht vertretbares Risiko ist. Wie bereits in immer größerer Zahl Privatkunden in den Ökostrom drängen, sollte dies auch die Stadt als Stromverbraucherin tun.“
Die Ausgangsvoraussetzungen sind nicht schlecht, beziehen doch Stadt wie auch die Mülheimer Verkehrsgesellschaft bereits zum größten Teil Strom aus Kraft–Wärme–Kopplung. Dennoch gibt es bei städtischen Beteiligungen noch Lieferverträge, die Atomstrom nicht ausschließen. „Im Bestreben“, so Fraktionssprecher Tim Giesbert, „den städtischen Strombezug so weit wie möglich atomkraftfrei zu gestalten, wollen wir dort ansetzen.“
Gerne nehmen die Grünen einen entsprechenden Beschluss des SPD–Unterbezirks Bochum vom Wochenende auf. „Die Idee, auf der der Antrag fußt“, sagt Giesbert, „ist sicherlich nicht originell, dafür aber um so richtiger.“
Dr. Wolf Jürgen Richter / Tim Giesbert