Mülheim an der Ruhr, 01.04.11

Kindheit bewahren

Auf scharfen Widerspruch bei SPD und Grünen stößt die Kritik der Mülheimer CDU an der Landesregierung betreffs ihres Beschlusses zum Einschulalter. Das rot–grüne Kabinett verhinderte das von Schwarz–Gelb betriebene weitere Heruntersetzen des Einschulungsalters.

„Kinder sind Menschen und keine Maschinen“, erklärt Grüne–Fraktionssprecher Tim Giesbert. „Sie brauchen Zeit für die Entfaltung ihrer Persönlichkeit. Kindheit will gelebt werden. Das ständige Streben nach höher, schneller, weiter ist völlig unangebracht. Die weitere Vorziehung der Einschulung verkürzt die pädagogisch wichtige Kindergartenphase. Wir brauchen keine Turbo-Kinder.“

Kein Verständnis haben SPD und Grüne für das vom CDU–Stadtverordneten Blum ins Feld geführte Argument, ein früheres Einschulen vermindere die Kita–Kosten für die Kommunen. SPD Fraktionsvorsitzender Dieter Wiechering: „Die Sanierung der städtischen Finanzen ist auch für uns sehr wichtig. Aber bitte nicht auf dem Rücken kleiner Kinder!“

Er und Giesbert verweisen darauf, dass die CDU bereits mit der Verkürzung der Schuljahre von neun auf acht Kinder und Jugendliche erhöhtem Schulstress ausgesetzt habe. „Die Rückkehr zu neun Schuljahren scheitert bisher nicht an fehlender Einsicht, sondern an nachvollziehbarer organisatorischer Überforderung der Schulen.“ Wie weit, fragen die Fraktionschefs, wolle die CDU den Leistungsdruck auf Kinder noch erhöhen?

Tim Giesbert