Obskure Werbung
Sie gehören auch in Mülheim zunehmend zum Bild der Innenstadt: Drückerkolonnen, die Passanten für Fördermitgliedschaften in Organisationen anwerben, welche sich angeblich dem Tier–, Naturschutz oder anderen hehren Zielen verschreiben.
Neben soliden Vereinigungen tummeln sich auf diesem Millionenmarkt auch jene, die weniger durch karitative Arbeit denn durch immense Verwaltungskosten verbunden mit hochdotierten Positionen auffallen. Sie geraten nun ins Visier der Grünen. Per Vorschlag für die nächste Sitzung des Hauptausschuss will die Fraktion Auskunft darüber, welche Handhabe die Stadt gegen diese Schwarzen Schafe hat. Es geht ihr dabei um die in den letzten zwölf Monaten Anzahl erteilten städtischen Genehmigungen für derlei Aktionen, diesbezüglich erteilte Auflagen, deren Kontrolle und Sanktionsmöglichkeiten bei Verstößen.
„Es ist unerträglich“, zürnt Fraktionsvize Annette Lostermann–De Nil, –wie schamlos die Hilfsbereitschaft der Menschen ausgenutzt wird. Die Drücker spekulieren gezielt auf Unerfahrenheit oder Gutgläubigkeit ihrer Opfer. Viele jener, die sich teure Fördermitgliedschaften aufschwatzen lassen, sind aufgrund ihrer eigenen finanziellen Situation dazu gar nicht in der Lage.“
Dennoch, so Ratsfrau Eva Weber, trieben die Organisationen Beiträge gnadenlos ein. Die meist jungen und mittellosen Drücker seien in der Regel selbst Opfer. Sie würden von Kolonnenführern bisweilen in einer Art Leibeigenschaft gehalten. Absahnen würden Personen im Hintergrund. Dies vor allem zu Lasten seri&oouml;ser Organisationen, denen die Mittel letztlich fehlten.
Annette Lostermann–De Nil