Mülheim an der Ruhr, 28.09.2011

Aufmarsch gegen Fracking – Bürger formieren sich

Auf Einladung der Grünen trafen sich am Dienstagabend Mülheimer Bürgervereine, Klima– und Naturschutzinitiativen. Thema: Wie kann man Fracking im Mülheimer Süden verhindern?

Die Bürgervereine aus Saarn, Mintard, Selbeck, Speldorf und Broich waren sich mit Vertretern des BUND, Greenpeace, NABU (per Solidaritätsadresse), „Frische Luft für Mülheim“ und der Mülheimer Klimainitiative einig: Fracking ist eine Bedrohung für Grundwasser, Bodenbeschaffenheit, Gesundheit und Landschaftsbild. Ein Beitrag von Bergassessor Prof. Dr. Erhard Mohr, der plastisch die Gefährdungen bis zu Absurditäten wie brennenden Wasserhähnen beschrieb, erhärtete dies.

Wie aber weiter? Die Runde war sich einig: eine überparteiliche Interessengemeinschaft zur Verhinderung der Bohrungen nach unkonventionellem Erdgas muss her. In den nächsten Wochen sollen weitere organisatorische Schritte erfolgen. Ruhrgebietsweite Vernetzung mit anderen Initiativen ist geplant.

Der Weg zur Lösung führt, das war allen klar, über die Bundespolitik. Nur sie kann Weichen für die umweltgerechte Umsetzung des Bergrechts stellen oder EU–Richtlinien zur Norm machen. Die Absicht der Grünen, zu Beginn des nächsten Jahres in Saarn eine Podiumsdiskussion mit Bundestagsabgeordneten aller Parteien zu organisieren, stieß deshalb auf breite Zustimmung.

Hubert Niehoff (Grüne), Vorsitzender des Umweltausschusses, kündigte die intensive Befassung des Themas im Gremium an. Das sei Wunsch aller Parteien. Ins Gespräch brachte er eine öffentliche Sondersitzung mit Informationen zum Thema und möglichem Rederecht für Vertreter der künftigen Initiative.

Der Rat, auch wenn sein Einfluss in dieser Frage gering ist, sollte, das war allgemeiner Wunsch, eine entsprechende Willensbekundung abgeben. Einen Entwurf, versprach Umweltsprecher Dr. Wolf Jürgen Richter, wollen die Grünen in Kürze einreichen.

Hubert Niehoff