Die Grünen sehen ihre Position zur Nahverkehrsplanung durch die deftige Kritik der Bezirksregierung an MVG und Stadt bestätigt.
„Die in der aktuellen Mülheimer Debatte vorgegebene Trennung von Qualität und Angebot“, macht ihr mobilitätspolitischer Sprecher Axel Hercher deutlich, „ist unsinnig. Zur notwendigen Attraktivität von Bussen und Bahnen gehören neben einem guten Liniennetzangebot auch Taktzeiten, Service, Sicherheit, Sauberkeit und Barrierefreiheit. Eine jeweils isolierte Betrachtung ist nicht sachgerecht.“
Zur Qualitätssteigerung notwendig seien, so Hercher, vor allem Investitionen in den Fuhrpark. Dies vernachlässige die Stadt seit langem. So lege sie die Nutzungsdauer von Straßenbahnen zwar auf 30 Jahre fest, stelle aber selbst fünf Jahre danach keine Finanzmittel dafür in den aktuellen Etat ein. Das sei aber notwendig, wo doch etwa mit der Verlängerung der Linie 112 zum Hauptfriedhof oder weiter zum Flugplatz der Kauf weiterer Niederflurfahrzeuge und der Umbau von Haltestellen verbunden seien. Der zunehmende Anteil Älterer mache einen barrierefreien Zugang zu Bussen, Bahnen und Haltestellen erforderlich.
Bei steigender Beförderungsqualität, ist sich Hercher sicher, stiegen auch die Fahrgastzahlen. Für ein Mehr an Qualität brauche es steigende Einnahmen. Das heiße mehr Fahrgäste als bisher nur 17 Prozent der Bevölkerung.
Restlos verärgert ist Tim Giesbert, Fraktionssprecher der Grünen, über die Informationspolitik der Stadtspitze. „Es ist ein Unding“, bemängelt er, „dass die Fraktionen vom am 4. August eingegangen kritischen Schreiben der Bezirksregierung erst Ende November aus der Zeitung erfahren. OB Mühlenfeld scheint Informationen sehr willkürlich weiterzugeben. Ein ihr genehmes Schreiben der Bezirksregierung zur Schließung der Hauptschule Bruchstraße lässt sie innerhalb von Stunden an Fraktionen und Öffentlichkeit weitergeben. Bei ihr unangenehmen Nachrichten reichen selbst fast vier Monate nicht dafür aus.“
Axel Hercher / Tim Giesbert